Dienstag, 9. März 2010

Scotch Blending Seminar



Es ist nun ungefähr fünf Wochen her als ich von Marco Beier (Padres, München) auf der Stuttgarter Barkultour angesprochen wurde ich solle mir für den 7. März nichts vornehmen. Weshalb konnte ich bis Dato noch nicht in Erfahrung bringen. Eine Woche später befand sich in meinem Postfach eine Einladung für ein Scotch Blending Seminar, welches vom Barzirkel München veranstaltet wird. Dieses Seminar startete bereits im Rahmen des Münchner Whisky Festivals da s hier allen Teilnehmern freistand die später verwendeten Whiskys zu verkosten um sich schon einmal einen groben Überblick über die Eigenschaften der einzelnen Brände zu machen.
Und so geschah es das sich am vergangenen Sonntag 28 Whiskyinteressierte in der Wasserwerk-Bar trafen um am Ende 21 Sorten des schottischen Lebenswassers möglichst kunstvoll miteinander zu kombinieren. Doch bevor es soweit war konnten sich die angehenden Blender zunächst einmal bei einem deftigem Brunch stärken und sich mit der Verkostung sämtlicher Johnnie Walker-Produkte bis hin zum "King George V" auf die kommenden Stunden einstimmen! Nebenher wurden noch einige kurze Filme gezeigt welche unter anderem die Entstehung des schottischen Nationalgetränkes erklärten. Im Anschluss wurde uns nun von Klaus St. Rainer (Schumann´s, München) die Kunst des Blendings in einem sehr informativen Beitrag erläutert. Das es sich bei beim Blenden um weit mehr wie nur dem zufälligen zusammenschütten von Spirituosen handelt dürfte jedem klar sein. Die Grundidee ist es durch Kombination verschiedener Brände einen Neuen zu schaffen der die Eigenschaften aller Bestandteile besitzt oder sogar besser ist. Immerhin wird diese Herstellungsart bereits seit über 150 Jahren praktiziert. Aus wie vielen Malts ein Blend schlussendlich besteht spielt hierbei keine große Rolle. Es kann nach drei Sorten zu einem guten Ergebnis kommen oder erst nach fünfzig! Wobei eine höhere Anzahl an Grundmalts den Vorteil hat das man das spätere Ergebnis graziler auf eine gewünschte Qualität einstellen kann - Geschmackliche Schwankungen der Grundstoffe fallen weniger stark ins Gewicht. Welche Whiskys schlussendlich von den Teilnehmern benutzt wurden blieb jedem selbst überlasen. Sollte es etwas rauchiges sein auf der Basis eines Coal Ila oder doch etwas mildes fruchtiges wie der Glenkinchie? Am überaschendsten erwies sich jedoch die Information das man seinen Blend zunächst nur via Geruchssinn zusammenstellen sollte! Bei der Auswahl der Malts ist dabei aber stets deren Alter und die verwendete Fassart zu berücksichtigen. Das Wissen wie sich diese Eigenschaften auf den Geschmack auswirken ist dabei Grundvorrausetzung. So sollte man beispielsweise wissen das ein Sherry-Finish eine fruchtige Komponente mit ins Spiel bringt. Erst wenn der Geruch des Whiskys das gewünschte Ergebnis erzielt geht es an die Geschmacksprobe.
Nach all dieser groben Theorie ging es auch sogleich in den Praxisteil über: Dieser sollte sich als ein Riesenspaß für alle Beteiligten herausstellen! Mit Hilfe von feinscalierten Spritzen und einem Nosingglas bewaffnet ging es frisch ans Werk. Mit viel Interesse und Elan begab sich jeder auf die Suche nach seinem persönlichen Blended Malt Whisky. In den nächsten Stunden sollten nur noch Sätze wie "Da fehlt noch was.", "Wie ist dein Ergebnis?" oder "Fuck, mit dem letzten Tropfen hab ich es versaut!" fallen. Es ist höchst interessant wie sich zum Beispiel eine Änderung von gerade einmal 0,5ml in einem Glas auswirkt und über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. So verschieden wie die verwendeten Malts wurden zum Ende hin auch die fertigen Mischspirituosen. Es fanden sich stark rauchige Islay-Varianten genau so wie auch milde Speyside-Blends wieder. War ein Teilnehmer mit seinem Produkt zufrieden konnte er dieses in einem Tanqueray-Rührglas zubereiten und in eine 20cl-Flasche abfüllen und etikettieren lassen. Diese Flasche ging zusammen mit dem schönen Rührglas als Geschenk an die teilnehmenden Bartender. Mein persönlicher "Vatted Cambodunum Blend" bestand schlussendlich aus sieben Malts verschiedenster Art. Der Blend präsentiert sich zunächst frisch in der Nase, mittelschwer und fruchtig am Gaumen und rauchig-torfig im Abgang - ich bin zufrieden!
Am Schluss bleibt mir nur noch eine herzliche Danksagung an Klaus St. Rainer, dem restlichen Barzirkel und Alexander Brandt von Diageo auszurichten für diesen amüsanten, interessanten und rundum gelungen Tag! Danke für die Einladung und das es mir möglich war diesem Seminar beizuwohnen! Schade das ich schon früh am Abend gehen musste aber man sieht sich ja bald wieder - vielleicht auf einen Scotch-Whisky?

1 Kommentar:

  1. Wow hört sich wahnsinnig toll an!
    Man könnte neidisch werden :)

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