Dienstag, 6. April 2010

"Cocktail" - 10 Theorien


Nachdem ich im letzten Beitrag versucht habe die Ausbreitung des Wortes "Cocktail" in der deutschen Sprache herauszufinden wurde damit eigentlich der zweite vor dem ersten Schritt abgehandelt. Der erste Schritt wäre eigentlich die Suche nach der Herkunft des Wortes an sich gewesen. Das stellt sich allerdings als ein größeres Problem dar da es zur Wortherkunft mehrere Theorien und Geschichten gibt. In über 200 Jahren des gemischten Getränkes ging diese Information langsam verloren und so ergibt es sich das nur eine der folgenden zehn Möglichkeiten die richtige ist ...welche man für richtig hält sei jedem Leser selbst überlasen.

1. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges fing eine Patriotin namens Betsy Flanagan im Jahre 1779 einen Hahn mit bunten Schwanzfedern. Der Besitzer des teires wohnte gleich nebenan. Da der besagte Nachbar aber ein königstreuer Engländer war wurde der Hahn von Betsy kurzerhand geschlachtet und einer Gruppe amerikanischer Offiziere vorgesetzt. Da zur Zeit kein Wein zur Verfügung stand wurden einfach einige Spirituosen miteinander vermischt und die Gläser mit den Federn des gemeuchelten Federviehs geschmückt. Von einem der Offiziere viel daraufhin der Trinkspruch "Viva le cock´s tail" - "Es lebe der Hahnenschwanz" 2. Es ist üblich einem nicht rassereinen Rennpferd den Schwanz zu kürzen. Der verbleibende friesierte Stummel wird auch als Hahnenschwanz bezeichnet bzw. cocktail in der englischen Sprache.
3. In vergangenen Zeiten durfte Alkohol nur zu bestimmten Zeiten verkauft werden. Kurz vor den Sperrzeiten kippten die Wirte Flaschenreste in einem Krug zusammen um diese noch auf die schnelle billig verkaufen zu können. Dieser Vorgang wurde als cock-tailings bezeichnet.
4. Am Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kam es zu Friedensverhandlungen zwischen dem englischen König und einem General. Ein junges Mädchen brachte den Anführern dabei ein Getränk aber es gab nur ein Trinkgefäß. Da man sich nicht einigen konnte wer das Getränk bekommen sollte, und das Kriegsende damit auf dem Spiel stand, trank das Mädchen den Inhalt kurzerhand selbst aus. Es handelte sich dabei um die Tochter des Königs Namens Coctel... Der Erzähler dieser Geschichte glaubt sie allerdings selbst nicht...
5. Der ganze Stolz eines Wirtes aus Neuengland waren seine geliebte Tochter und ein Preisgekrönter Hahn mit prachtvollen Federn. Als der Hahn eines Tages verschwand versprach der Wirt demjenigen die Hand seiner Tochter der ihm das Tier wieder brachte. Als dies geschah mischte die zukünftige Braut einige bunte Getränke zusammen. Getrunken wurde auf den wertvollen Hahn und seinen bunten Federn da ihm nichts schlimmes geschehen ist...
6. Als der Hahnenkampf noch ein gängiger Zeitvertreib war, wurde stets am Ende eines Kampfes auf das Siegertier getrunken. Dabei wurden immer so viele alkoholische Bestandteile miteinander vermischt wie der Sieger noch Schwanzfedern besaß. Geschmückt wurde das Glas dabei oft mit dem Federn des Verlierers.
7. Cocktail leitet sich vom französischen Wort "coquetier" ab was soviel wie "Eierbecher" bedeutet. Der in der Karibik lebende französische Apotheker Antoine Peychauds servierte seinen Kunden zur Stärkung der Gesundheit oft ein Getränk aus Wasser Zucker Cognac und einer geheimem Zutat in einem solchen Coquetier. Aus diesem Drink sollte sich einmal der Sazerac entwickeln und aus der geheime Zutat der populäre Peychauds Bitters.
8. Im Weingebiet um Bordeaux gab es einst ein Weinmischgetränk welches unter dem Namen Coquetel bekannt wurde. Im amerikanischen Unabhänigkeitskrieg brachten französische Soldaten das Gemisch in die neue Welt wo es von den Patrioten in Cocktail umbenannt wurde.
9. Auch in Verdacht der Wortherkunft steht das englische "cock-ale". Dabei handelt es sich um einen Hauptgericht bei dem ein Hahn vor dem braten in einer Mischung aus Bier (Ale), Nelken, Muskat und anderen Gewürzen eingelegt wird. In den Gründerstaaten wurde aus cock-ale im Laufe der Zeit cock-tail
10. Eine weiter Ableitung von cock-ale steht wieder in einer Verbindung mit dem Hahnenkampf. Um die Kampfhähne vor ihrem großen Auftritt zu stärken bekamen sie ein kräftigendes Spezialfutter namens cock-bread-ale. Dieses bestand unter anderem aus Brot, Wurzeln, Kräutern und Bier. Die Kampfrichter hatten ein Auge auf dieses Gemisch und führten als eine art Dopingtest eine Kostprobe des Futters durch - es scheint geschmeckt zu haben...

Kommentare:

  1. Aber das sind nur Theorien, niemand kann mit Sicherheit sagen.

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  2. Daher kommt wohl auch der Titel des Artikels. ;-)

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