Mittwoch, 4. August 2010

Die Hausbar im Jahr 2010


Die private Hausbar - man muss kein Cocktailfreak sein um eine zu besitzen. In fast jedem Haushalt versteckt sich hinter einer Schranktür ein Regal welches mit verschiedensten Likören, Spirituosen und Weinen gefüllt ist. Meist sind die Flaschen ein bunter Mix aus Geschenken, Spontaneinkäufen oder uralten Beständen aus der Jugendzeit. In Zeiten in denen nun der gute und feine Geschmack wieder gefragt ist rückt auch die Hausbar wieder näher ins Rampenlicht.
Es gab Zeiten in denen es als besonders chic und "En Vogue " galt eine eigene kleine Bar zu besitzen. In einer sonst leeren Ecke stand ein kleiner Schrank mit ausgesuchten Zutaten und einem Shaker zur Zubereitung einiger zeitgemäßer Drinks. Cocktailpartys fanden statt wie sie es heute nicht mehr gibt: Man traf sich nach der Arbeit auf ein Gläschen oder Zwei, redete mit Freunden über das aktuelle Tagesgeschehen und verabschiedete sich nach seinem Drink(s) wieder. Doch Zeiten ändern sich und so auch die Hausbar. Nach Jahren des Trinkgenußes geriet die heimische Mixstation nicht nur in Vergessenheit sondern auch in Verruf. Alkohol war plötzlich nicht mehr der gesellschaftliche Grund sich zu treffen oder ihn einfach nur zu genießen. Alkohol war plötzlich nur noch etwas für Säufer oder für Leute deren Leben nicht in die richtige Richtung lief - Alkohol Auslöser und Helfer vieler Probleme. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten änderte sich dieses Verhalten (zu unserem Glück) wieder drastisch.
Heutzutage, wo Qualität wieder im Vordergrund steht und geschätzt wird, darf auch ein gutes Tröpfchen im Haushalt nicht fehlen. In den letzten Monaten konnten diverse Beiträge zum Thema in namhaften Zeitungen und Zeitschriften gefunden werden deren Inhalt teilweise mehr als nur stümperhaft zusammengefasst wurde. Ich erinnere dabei nur an einen Satz der im Zusammenhang mit dem Umgang eines Shakers gefallen ist, welcher ungefähr folgendermaßen lautete: "Nachdem die Zutaten in den Metallbecher gegeben wurden setzt man ein Barsieb (Strainer) darauf und schüttelt kräftig." - Unglaublich! Ich muss allerdings zugeben das ich das Ganze sehr gerne einmal sehen würde ;-)
Von den Arbeitsschritten einmal abgesehen stellt sich zunächst die Frage welches Niveau eine Heimbar haben sollte. Wodka von der Tanke auf der anderen Straßenseite und ein paar Energydrinks können schließlich nicht das Ende der Fahnenstange sein. Qualitativ gute Zutaten müssen nicht viel kosten um zu überzeugen! Mit einer geringen Anzahl von Zutaten lässt sich schon einiges schönes anstellen, egal ob es sich um einen Cocktail handelt oder um ein Gläschen puren Geschmackserlebnises. Welche Spirituosen hier in Frage kommen sind dann eine Frage des persönlichen Geschmacks. Im digitalen Zeitalter sollte es kein Problem darstellen sich darüber in diversen Foren zu informieren. Wer sich die Grundtechniken und die wichtigsten Zutaten aneignet kann Freunde und Verwandte glücklich machen - etwas Gastgebertum vorausgesetzt.
Aus diesem Grund würde ich gerne die Meinung der verehrten Leserschaft mit einbeziehen. Welches Niveau sollte eine einigermaßen ordentliche Heimbar vorweisen können? Sollte ein Gastgeber grundlegendes jederzeit vorweisen können wie zum Beispiel die Zubereitung eines Gin & Tonic oder eines Whisky Sour? Wie sollte für euch die Renaissance der Hausbar aussehen? Wo ist die Grenze zwischen dem, was „man da haben sollte“ und wo es über die „moderne Jedermann-Bar“ hinausgeht und zum echten Hobby wird?
Die letzte Frage ist für mich immerhin schnell beantwortet da ich diese Grenze mit Sicherheit schon um Lichtjahre übertreten habe...

Kommentare:

  1. Ich halte das wie der Kollege Warnstedt in seinem Buch: "Hausbar - herrliches Hobby"
    Er hat sein Buch aufbauend geschrieben.
    Man beginnt mit 4 Spirituosenflaschen und arbeitet sich langsam auf 12 Flaschen hoch. Mit zunehmenden "Skills" steigt das Angebot.
    Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen.

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  2. Vielleicht sollte man dazu noch ergänzen, dass das Büchlein vor über 40 Jahren (1968) erschienen ist (im Selbstverlag des Autors) ;-)

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  3. Ja, und es hat in keinster Weise die Aktualität verloren...
    Ich kann es nur empfehlen...

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