Mittwoch, 25. August 2010

Sweet dreams are made of these


Es gibt eine Zutat hinter dem Tresen ohne die fast kein Cocktail möglich wäre und dennoch wird diesem unumgänglichen Wundermittel keinerlei Beachtung geschenkt. Einst eine wertvolle Ingredienz wird der gesuchte Stoff heute geradezu verschachert oder nach Möglichkeit komplett ersetzt. Die Rede ist von Zucker. Welcher Drink, egal aus welcher Epoche er stammt, ist ohne ein entsprechendes Süßungsmittel denkbar?
Die Bar spielt hier eine besonderer Rolle. Wo sonst gibt es so viele verschiedene Süßungsmittel? Als erstes denkt man als Otto-Normal-Verbraucher natürlich an die "trockenen" Varianten wie Kristallzucker, Puderzucker, Rohrzucker braun, Demarara-Zucker oder Kandis braun/weiß. Aufgrund einer besseren Löslichkeit in Flüssigkeiten ist in der Bar der Einsatz von Zuckersirupen ein Muss. Doch ein Sirup ist weit mehr als nur ein Gemisch aus Zucker und Wasser. Bedenkt man zusätzlich den Einsatz verschiedene Mischungsverhältnisse (1:1, 1:2, 1:3) ergeben sich alleine aus den bereits genannten Zuckerarten so viele Varianten des Zuckerwasser das bereits die halbe Bar damit gefüllt sein müsste. Neben diesen Sirupsorten gesellen sich nun auch noch hunderte von aromatisierten Sorten die in ihrer Kreativität keine Ende nehmen wollen. Den Gipfel des Unnötigen stellt hier in meinen Augen die Firma Monin her. Ich schätze eine Vielzahl ihrer Produkte sehr doch in letzter Zeit scheint es die Hauptaufgabe der Monin Entwicklungsabteilung zu sein jeden nur auffindbaren Stoff in einen Sirup zu bannen. Ginsirup, Tequilasirup, Rumsirup?! Oder was um alles in der Welt soll ich den mit einem Zitronenkuchen-, Basilikum-, oder Gurkensirup anfangen?! Aber es kommt noch besser. Monin hat es sogar geschafft einen Zuckersirup mit Zuckergeschmack herzustellen: Den Zuckerwatte-Sirup! - Gratulation!
Verehrte Monin Produktenwickler: Lasst es gut sein! Ich wage es zu behaupten das dieses Zeug doch nicht wirklich verkauft wird oder? - Zumindest nicht in solche Mengen das es wirklich nötig wäre. Mit einem einfachen Zuckersirup, Mandelsirup, Kokossirup, Erdbeersirup und einer Grenadine dürfte eine Bar die wichtigsten Sorten abgedeckt haben. Lediglich Sorten wie Haselnuss scheinen mir noch praktikabel zum verfeinern von diversen Kaffeevarianten.
Was bis jetzt noch gar nicht angesprochen wurde sind die Sonderformen welche auch in der Bar rege Verwendung finden: Honige und Ahornsirup sind fast allgegenwärtig. Hierzulande selten aber ebenfalls auffindbar sind Melasse oder sogar frischer Rohrzuckersaft. Auch Birnen- oder Agavendicksaft sind denkbar und keine Seltenheit mehr. Soll es ein Süßungsmittel mit Röstaromen sein? - keine Problem - es nennt sich Karamell und entsteht indem man ordinären Kristallzucker in einer Pfanne schmilzt.
Man sollte es nicht glauben aber es scheint so zu sein das es deutlich mehr Süße gibt als man auf den ersten Blickt sieht. Schaut dazu einfach einmal zu den Flaschen in euren Regalen und Barschränken. Wodka, Rum, Tequila, Whisky und wie alle diese schönen Dinge auch heißen mögen haben alle etwas gemeinsam. Der Alkohol unserer schönen Spirituosen entstand einst als ein Nebenprodukt von Zucker, welcher durch spezielle Hefen und/oder Bakterien umgewandelt wurde. Was sollte man zum Abschluss noch anderes sagen als "Cocktails - die süßeste Verführung seit es Zucker gibt". Sweet dreams are made of these...

Kommentare:

  1. Da bin ich ja froh das du den Bubble Gum Syrup von Giffard nicht entdeckt hast....;-)

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  2. Diese ganzen Sirups wurden ja auch nicht für die Bar, sondern für Kindergeburtstage entwickelt. Das Spiel heißt: "Rat mal wonach das schmeckt!" Mein Tipp: Keks-Sirup! ;-)

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  3. Probiert ja nie den Giffard "Zuckerwatte". Wahnsinn!

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