Mittwoch, 3. November 2010

Banks 5 Island Rum

Schon auf diversen anderen Blogs sind Berichte über diesen Rum zu lesen. Warum sollte das ganze also nochmals bei den Cocktailwelten durchgekaut werden? Ganz einfach: Banks 5 Island Rum ist für mich die interessanteste neue Spirituose die mir seit Mozart Dry vor geschätzten 1,5 Jahren begegnet ist. Zum allerersten Mal auf dem BCB verkostet, begeisterte dieses Produkt von Anfang an und stand schlagartig auf Platz Eins meiner Einkaufsliste. Aber kommen wir erst einmal zu der Begründung dieser hochprozentigen Euphorie.
Die Geschichte von Banks startete im Jahr 2008 mit den ersten Versuchen. In den beiden Jahren der Entwicklung wurde an alles gedacht - sogar an die Flasche. Eine neue Flaschenform wurde geschaffen welche weiterhin aufwendigst gestaltet wurde. Das Etikett ist teils geprägt und silbern untermalt uns trägt lediglich die wichtigsten Informationen. Weitere Merkmale des Rums stehen auf dem unteren Tei der Flasche und wurden direkt auf das Glas gedruckt. Auf der Rückseite befindet sich in Spiegelschrift nochmals der Banks-Schriftzug welcher von vorne betrachtet durch die Flasche schimmert. Ok - die Optik stimmt schon einmal aber im Gegensatz zu vielen anderen Designprodukten stimmt hier auch der Inhalt. Dieser ist benannt nach einem gewissen Sir Joseph Banks, einem bekannten Botaniker und Entdecker der vor gut 200 Jahren gelebt hat. Der Rum ist eine Hommage an seine vielen Seereisen in die neue Welt.
Aus dieser stammen auch die einzelnen Bestandteiles des Rums der sich selbst als "Product of the West Indies" deklariert. Wie sein Name schon verrät handelt es sich um einen Blend aus fünf verschiedenen Regionen: Jamaica, Trinidad, Guyana, Barbados und Java. Jeder dieser Grundspirituosen besteht wiederum aus einem Blend und bildet schlussendlich das finale Werk. Welche Destillen hier mitwirken wird stillschweigend verheimlicht aber ich konnte auf dem BCB in Erfahrung bringen das Banks wohl ein Blend aus 29 Einzelbränden sei! Diese lagerten dann bereits zwischen drei und fünf Jahren in Fässern und nehmen dabei einen leichten Goldschimmer an. Damit "5 Island" dennoch ein klares Produkt wird muss dieser mittels einer Kohlefiltration wieder entfärbt werden. Bei einem solchen Verfahren leiden üblicherweise auch die Aromen was in diesem Fall aber keine große Rolle spielt. Die Bestandteile stammen gleichermaßen aus Pot-Stills und kontinuierlichen Brennanalgen was zu einem breiten Aromenspektrum führt. Eine weitere Besonderheit ist der oben angesprochene Java-Anteil welcher teilweise durch Arrak ersetzt wurde. Diese Spirituose auf Palmzuckerbasis ist zwar ein naher Verwandter des Rums aber ist kein Rum. Jetzt könnte man an dieser Stelle hinterfragen ob Banks damit noch ein echter Rum ist. In meinen Augen eindeutig jein. Es ist einer aber nur mit der Betonung auf diese einzigartige Kombination.
In der Nase präsentiert sich der Rum fruchtig und würzig. Im Vordergrund finden sich äußerst dominante Aromen von reifer Banane und Jackfrucht. Etwas Orange. Leichte Ingwer- und Pfeffernoten treten auf. Der Alkoholanteil von 43% sorgt für etwas brennen. Auf der Zunge und am Gaumen fühlt sich der Rum geradezu samtartig an. Erneut treten die Orangen- und Pfefferaromen auf. Die Süße lässt sich nicht mehr verbergen. Tabak mischt sich mit leichten Taninen. Das alles verbindet sich zu einem wuchtigen und komplexen Ganzen das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es finden sich geschmackliche Eigenschaften von jungen und gereiften Rumsorten kunstvoll verwoben. Der Abgang von mittlerer Länge hinterlässt eine wachsige Schicht im Mundraum. Die Aromen sind die gleichen wie zu beginn nur deutlich schwächer.
Bis jetzt konnte ich den Rum lediglich in einem Daiquiri (6-3-2) testen. Dieser ist sehr rund im Geschmack und relativ fruchtig. Hier hätte ich mir allerdings etwas mehr erwartet. Der Banks ist lediglich im Hintergrund klar erkennbar. Allgemein fehlen mir hier die schärferen Spitzen und die Frische die ein anderer weißer Rum mit sich bringt. Wie sich der 5 Island in andern Drinks schlägt wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Insgesamt schließt der Banks mit einem äußerst guten Ergebnis ab. Es ist wieder einmal etwas Neues das eine Bereicherung in der Welt des Rums darstellt. Erhältlich ist der karibische Tropfen in Deutschland erst seit wenigen Tagen. Der Onlineshop Barfish bietet das Produkt zum Start zu einem niedrigeren Einführungspreis von 29 € an.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen