Donnerstag, 2. Dezember 2010

Amano Bar - Berlin

Was macht ein normaler BCB-Besucher wenn die Messe am Abend die Pforten geschlossen hat und er alles Mögliche zum Thema Bar erfahren hat? – Ist doch klar. Er steuert sofort die nächste Anlaufstelle für hochwertige Getränke an – Was sollte man auch sonst machen ;-) Und wie in jedem Jahr gab es auch dieses Mal eine neue hochwertige Bar in Berlin zu bestaunen. Aus diesem Grund führte der Weg in das neu erbaute Hotel Amano.
Dieses moderne Gästehaus in Berlin Mitte gehört zu jenen welche eine Hotelbar nicht nur aus der Tradition heraus betreiben um seinen Gästen ein Aperitif anbieten zu können. Wie in vielen neuen Hotels wurde die alte verstaubte Hotelbar durch einen hochwertigen Genussraum ersetzt in dem es Spaß macht sich einen Cocktail zu gönnen. Oder anderst gesagt: Eine Bar die sich auch Bar nennen darf!
Durch den Haupteingang des Hotels betritt man die Bar welche sich direkt auf der rechten Seite befindet und nochmals eine separate Eingangstür besitzt. Diese schirmt die Bar vom restlichen Hotel ab und erzeugt so den Eindruck eins eigenständigen gastronomischen Betriebes. Der L-förmige Raum fällt vor allem durch seine geometrischen Strukturen auf. Der schwere Marmortresen, die Säulen der Außenwände, die abgehängte Decke, die Tische und Hocker sind allesamt kubisch geformt. Da jeder dieser Gegenstände eine andere Größe besitzt wirkt die Bar sowohl geordnet als auch abwechslungsreich. Gekonnt gesetzte Lichtreflexe in den glänzenden oder seidenmatten Objekten der Architektur und den Einrichtungsgegenständen setzt unauffällige Akzente die dem Gesamten Leben einhauchen. Farblich dominieren verschiedenste Erd- und Brauntöne welche immer wieder durch helle Gegenstände unterbrochen werden wie z.B. einer Creme-farbenen Eckbank im hintersten Teil der Bar. In der Hotelbar des Amano hat ein Innenarchitekt ganz arbeit geleistet und einen sehr interessanten Raum geschaffen. Wer die ebenfalls in Berlin befindliche Bar Tausend kennt wird hier eindeutige parallelen feststellen. Das ist kein Zufall, stecken doch die selben Macher hinter den beiden Trinktempeln.
Das Backboard bietet eine breite und ausgesuchte Auswahl der verschiedensten Spirituosen. Auch in dieser Bar ist es üblich den Gästen vor der eigentlichen Bestellung ein Glas Wasser zu reichen. Die reichhaltige Cocktailkarte ist eine Entdeckungstour der besonderen Art. Neben der üblichen Auswahl von Drinks glänzt diese Bar durch innovative und ausgefallene Kreationen. In einem bunten Meer aus Cuisine Style und teils molekular angehauchten Cocktails finden sich viele höchst interessante Mischungen. So viel meine Wahl auf ein Getränk dessen angenehme Schärfe auf Ingwer und Chili zurückzuführen war. Bei einem anderen Cocktail wurde zusätzlich ein Schälchen Feigenkompott gereicht da sich beide Produkte kulinarisch nahezu perfekt ergänzen. Eine Variation eines Juleps erhielt eine tiefe und doch weiche Aromenfülle durch einen mit Minze und Butter aromatisierten Bourbon. Auf der ganzen Linie überzeugen konnte mich jedoch der „Rosmarie“ – ein Old Fashioned unter einem aromatischen Rosmarien-Honig-Espuma. Diesen komplexen und ausgewogenen Drink sollte man sich nicht entgehen lassen. So außergewöhnlich wie die Rezepte ist auch die Darreichungsform der Cocktails. Ich denke das oben eingefügte Bild des „Fat Julep“ spricht hier für sich selbst :-)
Ich wünsche dem motivierten Team der Amano-Bar viel Erfolg in ihrer neuen Bar. Ein Besuch sollte für jeden Liebhaber des gemischten Getränkes eine wahre Inspiration darstellen. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Berlin um hier erneut die eine oder andere Idee aufzuschnappen.

Kommentare:

  1. Tolle Bar!
    Der Venice in Ashes ist einfach spitze. Damit kann man ohne Probleme zügig seine Mozart Black Flasche aufbrauchen :)

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  2. Ja den Fat Julep kann ich nur empfehlen! Im Amano wird er sogar im Silber Becher serviert! Also wer einen echt leckeren und vor allem qualitativ hochwertigen Drink genießen möchte, sollte dieses Cocktail nicht auslassen!

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