Freitag, 31. Dezember 2010

Glenmorangie Finealta

Kurz bevor sich das Jahr dem Ende neigt und eine neue Ekliptik beginnt bekam ich von meinem örtlichen Postboten vorgestern nochmals ein kleines Päckchen übereicht. Darin eine 10cl-Flasche beschriftet mit Glenmorangie Finealta und einem Brief. Natürlich will ich es niemanden vorenthalten meine Eindrücke von diesem Single Malt zu schildern und erst einmal einige Passagen aus dem Brief zu zitieren.
"Finealta ist das zweite, limitierte Schmuckstück für die „Glenmorangie PrivateEdition”. „Finealta“ wird „Finalta“ ausgesprochen und bedeutet übersetzt aus dem Gälischen „elegant“. Die exquisite Komposition basiert auf einer historischen Rezeptur aus dem Jahr 1903. Das über 100 Jahre alte Rezept war in den Archiven der Destillerie verborgen. Dr. Bill Lumsden, Head of Distilling und Whisky Creation, sagt dazu: „Wir haben uns entschlossen, diesen historischen Glenmorangie nach dem ursprünglichen Rezept auferstehen zu lassen. Whisky Liebhaber auf der ganzen Welt können somit diesen geschichtsträchtigen Tropfen wieder genießen. Wir haben uns streng an das ursprüngliche Rezept gehalten und Whiskys verschiedener Jahrgänge und aus unterschiedlichen Fässern zusammengeführt. Das Ergebnis ist von solch beeindruckender Intensität, dass wir entschieden haben, Finealta als zweites Produkt in die limitierte Glenmorangie Private Edition aufzunehmen. Historische Unterlagen aus dem Archiv der Destillerie belegen, dass dieser Whisky während der ersten modernen Kunstbewegung im frühen 20. Jahrhundert, der legendären Belle Epoque, in der eleganten „American Bar“ des Hotel Savoy, Londons bestem Hotel, serviert wurde. Das Verpackungsdesign des Glenmorangie Finealta ist entsprechend von den typischen Jugendstil-typischen Blumen und Ornamenten inspiriert. Glenmorangies Finealta wird mit 46 % Vol. und non chill-filtered abgefüllt."
So weit so gut! Ich finde es sehr überraschend das 9 Monate nach dem Sonnalta PX schon die zweite Auflage der "Private Edition" in den Handel kommen wird. Immerhin ist der Sonnalta noch gut erhältlich und wird sich erst noch unter das genießende Volk verteilen. Aber nichts desto trotz kommt es ja auf den Inhalt an. Wie immer verzichte ich auf die aufgeplusterten Verkostungsnotizen der Pressemitteilung und bilde mir eine eigene Meinung zum Destillat. Im Licht schimmert der Scotch strohgelb mit dunkleren Reflexen. Die Nase vernimmt eine gewisse Torfigkeit und eine leichte alkoholische Schärfe. Dazu gesellen sich feine Karamell- und Zitrusnoten. Auf der Zunge bildet sich für einen kurzen Moment der Eindruck von Ingwer und Phenol. Nach mehreren Schlücken entdeckt man dahinter eine gewisse Frische von diversen Früchten wie Ananas. Eine leichte Wachsigkeit entsteht auf den Geschmacksknospen. Leider ist diese Erfahrung nur von kurzer Dauer. Dafür verbleibt der Abgang entsprechend lange am Gaumen. Hier entdeckt man mit etwas Konzentration wieder die anfangs erwähnten Zitrusaromen sowie eine milde Torfigkeit und die Süße von Karamell und Süßholz. Gerade die rauchigen und torfigen Aromen stechen hier besonders heraus, sind diese doch eher untypisch für das Haus Glenmorangie, welches sich meist mit Sherry-Aromen auszeichnet. Zwar wird der Finealta neben Fässern aus amerikanischer Eiche auch in Oloroso-Sherry-Fässern ausgebaut aber davon merke ich persönlich nichts.
Insgesamt kann man sagen das dieser Whisky ein weiches und in sich rundes Produkt ist das mich allerdings nicht komplett überzeugen konnte. Die einzelnen Aromen vergehen zu schnell und insgesamt erscheint mir der Tropfen etwas zu flach geraten trotzt des erhöhten Alkoholanteils von 46%. Aber wer weiß: Vielleicht hätte mir der historische Brand im Jahre 1903 besser gefallen. Der limitierte Finealta wird ab Januar 2011 zum Preis von ca. 55 Euro im gut sortierten Fachhandel angeboten. Ich hingegen tendiere weiterhin lieber zum Sonnalta PX.

Die Cocktailwelten wünschen allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr 2011 und weiterhin viel Spaß beim Genuss hochwertiger Getränke! Drink less, but better!


1 Kommentar:

  1. Hallo Christian. Toller Post
    Nach meinem bösen Post den ich letztes Jahr im Juni geschrieben habe, bekomme ich leider keine Pröbchen mehr. Schade eigentlich.
    http://www.bartender-lab.de/2010/06/beie-nie-die-hand-die-dich-futtert.html

    Aber ein Glück kannst Du ja noch was drüber schreiben.

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