Dienstag, 6. Dezember 2011

Thomas Henry Elderflower Tonic

Der Gin & Tonic ist und bleibt einer der beliebtesten Drinks. Schnell zubereitet passt dieser Highball zu jeder Gelegenheit. Der Connaisseur von Welt hat für diesen Drink nicht nur eine breite Palette von Gins in seinen Bar stehen sondern auch diverse Tonics. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf dem Softdrink-Sektor ist das mittlerweile auch ohne große Umwege möglich - einmal von der Fentimans-Katastrope abgesehen. Und während die Einen nicht in de Lage sind einen Vertriebswerk aufzustellen bringen Andere schon eine zweite Sorte auf den Mark.
Auf dem diesjährigen Barconvent stellte das Team um Thomas Henry zum ersten mal ihr Elderflower Tonic vor. Die Verkoster bekamen neben einem Gläschen Tonic auch eine Karte auf welcher man das Produkt bewerten sollte. Diese Bewertungen scheinen überwiegen positiver Natur gewesen zu sein denn sonst würde man das Tonic nicht ab 2012 als Limited Edition im Handel finden können. Überraschend erhielt ich zwei kleine Probefläschchen des Berliner Limonadenherstellers. Es sollte wohl niemanden überraschen das diese Fläschchen mittlerweile ihre Verbindung mit diversen Wacholderbränden eingegangen sind.
Pur zeigte sich sofort beim Einschänken ins Glas eine recht hoher Anteil an Kohlensäure. In der Nase verbreitet sich ein äußert angenehmer und natürlicher Duft der Holunderblüte. Dieses Aroma ist auf der Zunge zwar deutlich geringer aber immer noch wahrnehmbar. Floral und süß präsentiert sich das Tonic auf der Zunge bevor sich eine angenehme Bitterkeit durch das Chinin ausbreitet. Diese Limonade macht pur und kalt genossen richtig viel Spaß! Ein schöne Alternative für andere alkoholfreie Getränke.
Da sich jede erdenkliche Gin und Tonic Kombination geschmacklich unterscheidet wurde die zweite Flasche Tonic auf drei Vertreter dieser Spirituose aufgeteilt. Dabei wurden Gins ausgewählt die nicht zu leicht sind und keine Süße mit sich bringen da diese, wie bei allen Thomas Henry Produkten, schon zu genüge vorhanden ist. Die Mischung mit Tanqueray Dry wirkt unglaublich frisch und prickelnd. Die beiden Komponenten passen hervorragend zusammen. Der Drink ist leicht auf der süßen Seite und die bitteren Noten kommen sanft an zweiter Stelle ohne aufdringlich zu wirken. Lediglich von dem Arom der Holunderblüte ist nicht sonderlich viel zu schmecken. Ein Highball mit beliebten Hendricks Gin ist dagegen weniger erfrischend aber dafür deutlich kräutriger und stärker im Geschmack. Auch scheint es als ob dieser Drink bitterer ist als die Tanqueray-Variante. Überraschend ist allerdings das Rosenaroma welches sowohl am Gaumen wie auch in der Nase deutlich wahrnehmbar ist. Zwar ist die Rose ein Botanical dieses Gins doch habe ich diese noch nie so deutlich gespürt wie in dieser Mischung. Es scheint so als ob das Tonic dieses Aroma zu verstärken vermag auch wenn ich dafür dieses Mal keinerlei Holunderblüte schmecken kann. Noch herber wurde der Gintonic mit dem empfehlenswerten Sipsmith Gin. Schöne Wacholdertöne und eine dezente Süße zeichnen diesen Longdrink aus mit seiner ausgewogenen Chininnote. Diese relativ würzige Kombination ist auch die erste in welcher ich die Holunderblüte eindeutig ausmachen konnte. Mit einer leichten Verwässerung aller Drinks nahm das Blütenbouquet etwas an Intensität zu was doch überraschend ist.
Thomas Henry Elderflower Tonic ist eine interessante Alternative zu anderen Tonic Water.  Pur hat mich das Produkt komplett überzeugt. Im Zusammenspiel mit Gin gilt es seine eigenen Erfahrungen zu machen da die Unterschiede mit den verschiedenen Bränden untereinander zu groß sind. Nichts desto trotz kann man sagen das sich das Tonic auch hier wunderbar schlägt. Der Hersteller empfiehlt auch einen Longdrink mit Wodka was ich mir aufgrund der Elderflower gut vorstellen kann. Diesen Test habe ich mir allerdings gespart da Wodka in meiner Bar keine Rolle spielt. Als Zweit-Tonic zu einem klassischen Chinin-Wasser ist das neue Thomas Henry eine wunderbare Ergänzung. Ein Liebhaber des Gin + Tonics sollte es einmal probiert haben. Zum Schluß bleibt mir nur noch zu hoffen das die Produkte des Berliner Jungunternehmens auch einmal in meiner Region zu beziehen sind und nicht nur in 150km Entfernung ;-)

Montag, 17. Oktober 2011

German Rum Festival Berlin 2011

Dieses Jahr fand zum ersten mal das German Rum Fest in Berlin statt. Dirk Becker, Verantwortlicher für dieses Projekt und Betreiber des Rum Club Berlin, lockte durch seine Kompetenz so manchen Aussteller nach Berlin und erfreute somit Gastronomen, Connaisseure und Piraten gleichermaßen. Über 2000 Besucher an zwei Tagen sind ein eindeutiges Indiz dafür das sich der, meist aus der Karibik stammende, Zuckerrohrbrand weiterhin einer großen Beliebtheit erfreut. Neben der eigentlichen Ausstellung gab es noch diverse Rumverkostungen sowie Workshops rund um die vielfältige Spirituose der hier die Aufmerksamkeit zukommt. Auch diverse Bars mit einer angenehmen Cocktailauswahl durften auf keinen Fall fehlen.
Neben den altbekannten Sorten wie etwa die Produkte aus dem Hause Appleton gab es auf dem Rumfest auch so einige Neuigkeiten zu bestaunen beziehungsweise weniger Bekanntes. So zum Beispiel die Blends der Rum Company welche durchaus zu überzeugen wussten. Folgend möchte ich einige Worte übedie Produkte r verlieren welche den Connaisseuren des Cocktailforums besonders  aufgefallen sind. Allen voran natürlich der jamaikanische Rumfire aus der Hampden Estate Destillerie. Dieser Overproof mit feurigen 63% Vol. besitzt einen starken und vollmundigen Körper. Dennoch ist dieser Tropfen erstaunlich fruchtig und schlägt sich unwahrscheinlich gut im Daiquiri. Auf diesem Rum darf man sich freuen! Das gilt auch für die bereits erhältlichen Produkte der Tiki-Lovers welche von The Bitter Truth vertrieben werden. Tiki Lovers White Rum ist für ca. 17€ ein gelungener und runder Mixrum für alle fruchtigen Drinks - ein toller Allrounder! Selbiges gilt für den Dark Rum der einen respektablen Alkoholgehalt von 57% aufweist. Leider fehlt es dem Rum in meinen Augen aber an dem gewisses "Bums" den ich beispielsweise im Mai Tai schätze. Am Nachbarstand von Bacardi wurde unter anderem der neue Spiced-Rum Oakheart vorgestellt. Zwar verbirgt sich in dieser Flasche nichts Besonderes aber die leichte Würzigkeit (Vanille, etwas nelkig) empfand ich als gut eingebunden und nicht so übertrieben künstlich wie bei manch anderen Spices-Rums. Einen solchen stellte auch der unabhängige Abfüller Bristol aus seiner Classic Rum Collection vor. Der "Bristol Black Spices Rum" ist mit einer deutlichen Melasse und Lakritznote versehen und bestimmt kein Brand für Jedermann. Diese Aromabombe ist der mit abstand würzigste Spice-Rum der mir bis jetzt untergekommen ist.
Ich persönlich bevorzuge dann doch lieber einen feinen Sipping-Rum wie etwa die dominiknischen Produkte von Opthimus die sich als idealer Begleiter zu einem guten Buch herausstellen dürften. Feine Toffee und Kakaoaromen sind genau das richtige zu dieser Jahreszeit. Ein weiteres fantastisches Produkt das in diesem Bereich fällt ist der Atlantico Private Cask der von vielen hoch Gelobt wurde. Ein interessanter Rum der die Meinung der Verkoster hingegen spaltete verbirgt sich hinter dem Dos Maderas PX5+5. Zunächst reift der Barbados/Guyana-Blend fünf Jahre in Bourbonfässer bevor er für drei weitere Jahre in Sherryfässern reifen darf. Dannach geht es weiter in das zweijährige PX-Finishing. Der fertige Rum ist wunderbar mild und zeigt ein typisches Aromabild von Vanille, Schokolade, Rosinen, Karamell ect. Dies wird alles von sehr dominanten PX-Sherry Aromen fast erdrückt. Ein guter Rum für Anfänger der aber fast nicht mehr als Rum erkennbar ist.
Für das erste Mal kann man mit Fug und Recht behaupten das sich das German Rum Fest bereits jetzt sehr gut etabliert hat. Verbesserungswürdig ist allerdings die Wasserversorgung welche bei dem Eintrittspreis beinhaltet sein sollte. Wasser wurde für teure 3€ die 0,5l Flasche verkauft. Den Rumausstellern wurde es untersagt Wasser zu verteilen und jeder hatte nur wenige Flaschen zur Verfügung. So ergab es sich das es oft nicht möglich war sein Glas auszuspülen - sehr ärgerlich wenn nach einem würzigen Overproof ein leichter Rum probiert werden sollte - das nächste Mal wird's bestimmt besser gelöst. Ebenfalls hätte man die Reihen zwischen den Ausstellern etwas breiter gestallten können - im Verlauf der Messe kam es doch zu deutlichen Engstellen. Glaubt man den ersten Gerüchten wird sich das nächste German Rumfest allerdings zeitlich vom BCB trennen da sich die warmen Sommermonate wohl besser für eine Rummesse eignen. Viele würden diese Entscheidung allerdings bedauern da sich eine lange Anreise nach Berlin, trotz aller Leidenschaft zum Rum, kaum noch rechnet. Lassen wir und überraschen und warten ab ...yo, ho,ho and a bottle of Rum...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mixology Bar Awards 2012

Bevor es zum BCB geht will ich an dieser Stelle zunächst einmal über die Mixology Bar Awards schreiben. Wahrscheinlich lag es an der guten Laune im Goya das wirklich niemand irgendetwas via Twitter, Facebook und Co verraten hat wer sich über einen der begehrten Preise freuen durfte - selber schuld wer nicht dabei war! Es kam mir so vor als seien weniger Besucher bei den Awards gewesen als im vergangenen Jahr was aber keinesfalls negativ sein muss. Um so schneller gelangte man schließlich auch an die wirklich köstlichen Drinks der "Likörbar" welche ein breites Spektrum von fruchtig süß bis herb würzig abdeckten. Wer dennoch nichts passendes auf dieser Karte fand ging einfach weiter zum nächsten Tressen an dem Bollinger Champagner zu einem unglaublichen Flaschenpreis verkauft wurde.
Nach einer kurzen Verspätung, es waren zu Begin noch zu wenig Gäste im Goya, starteten die Awards in bekannter Reihenfolge und ständigem Jubel der Zuschauer. Unterbrochen wurde die Preisvergaben dabei immer wieder durch die Shows der Teilnehmenden Städte des City Awards. Nach gut zwei Stunden waren sämtliche Kategorien vergeben und die BCB Aftershowparty konnte starten welche laut Facebook-Aussagen noch bis weit nach Sonnenaufgang ging... Eine Kleinigkeit muss ich noch loswerden: Der Award in Form eines sehr stylischen "X" aus Edelstahl und Holz musste einem gläsernen, schwarzen Pokals weichen der die Kontur eines Shakers aufweist. Viele bedauernden diese kleine Änderung und böse Zungen sprachen gar von einer Urne. Nichts desto trotz durfte(n) sich folgende Person(en) über eine Auszeichnung freuen: Herzlichen Glückwunsch!


Barteam des Jahres
Gekkos, Frankfurt a.M.

Newcomer des Jahres
Henning Neufeld, Les Trois Rois, Basel

Mixologe des Jahres
Klaus St. Rainer, Goldene Bar, München

Gastgeber des Jahres
Frank Kettlitz, Fassanen 47, Berlin

Bar des Jahres
Stagger Lee, Berlin

Hotelbar des Jahres
Les Trois Rois, Basel

Spirituose des Jahres
Smith & Cross Jamaica Rum

Bartender´s Choice
Bollinger Champagner

Preis für das Lebenswerk

Joe Gilmore, Savoy, London

City Award
Vienna Bar Community
-----

Freitag, 7. Oktober 2011

Und alles fährt nach Berlin...

Nur noch wenige Tage bis zum fünften Bar Convent in Berlin. Die europäische Barszene jubelt! Die offizielle Auslandsreporterin Marie Collins der Cocktailwelten hörte sich dazu schon einmal in einem angesagten Club in Lampukistan um:



Und nicht vergessen: Die Tage davor geht´s natürlich zum ersten Rumfest Berlin!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Pisco Barsol im Test

Nach wie vor führt Pisco ein vollkommen unberechtigtes Nischendasein in den europäischen Bars obwohl sich die peruanischen Exportzahlen jährlich im zweistelligen Prozentbereich nach oben bewegen. In den Staaten ist Pisco aktuell sogar die wachstumsstärkste Spirituose auf dem Markt. Ein Grund dafür ist unter anderem die hohe Qualität dieses Brandes sowie seine vielseitige Einsatzmöglichkeit in der Bar. Dies dachte sich auch die Nürnberger Perola GmbH die seit wenigen Wochen eine neue Marke namens Barsol auf dem heimischen Markt vertreibt. Das erklärte Ziel ist es auch hier die relativ unbekannte Spirituose an den Gast zu bringen. Barsol wird in einer der ältesten Destillerien Perus produziert, der Bodega San Isidro. Diese Bodega kann auf die Erfahrung von fast 100 Jahren Pisco-Herstellung in traditionellen, kunsthandwerklichen Verfahren zurückgreifen. Barsol selbst wird seit dem Jahre 2001 abgefüllt und konnte sich seitdem schon einige Auszeichnungen ergattern. Von den sieben Sorten werden in Deutschland momentan lediglich die Qualitäten Quebranta, Acholado sowie Mosto Verde Italia angeboten. Wäre dies nur eine Woche früher geschehen hätte es Barsol auch noch in das Cocktaildreams Pisco-Tasting geschafft - schade... So erfolgt nun eine kurze Beurteilung von meiner Seite aus.

Primero Quebranta: In der Nase entsteht ein leicht süsslich-nussiger Geruch der ein gewisses alkoholisches Stechen mit sich führt. Am Gaumen entwickeln sich viel fruchtige und vollmundige Aromen. Umspült von einer angenehmen Süße erinnert mich dieser Pisco sogar an den artverwandten Grappa. Im Gegensatz zu diesem ist der Barsol aber ungewöhnlich mild was die alkoholische Schärfe  angeht. Im kurzen Abgang hinterlässt diese Spirituose einen trockenen Eindruck von Hefe. Im Pisco-Sour sticht die Spirituose nicht besonders hervor verleiht dem Drink aber angenehme subtile Noten - nicht unangenehm.
Selecto Acholado: Ein Blend aus den Trauben Quebranta, Italia und Torrontel. Der Geruch ist deutlich präsenter als der des Primero sowie floraler was sich auch auf der Zunge bemerkbar macht. Feigen und Trauben sind deutlich auszumachen. In der offiziellen Produktbeschreibung ist von Peka-Nüssen die Rede welche sich mir aber nicht erschließen. Auch beim Acholado passen die Süße und der weiche Charakter gut zum Brand. Etwas wachsig hinterlässt der Acholado allerdings eine leichte bittere Note im Abgang. Dafür ist dieser länger als beim Qebranta.
Supremo Mosto Verde Italia: Sehr intensiv in der Nase. Viele florale Noten lassen etwas fruchtiges erwarten. Und in der Tat ist der "Grüne Most" ein sehr ansehnliches Produkt. Sehr viele Zitrusnoten (Zitrone, etwas Orange) lassen mich fast daran zweifeln das es sich um einen Traubenbrand handelt. Dazu gesellen sich einige Aromen von Kamille und Fenchel. Wieder ist auch dieser Brand sehr weich und brennt zu keinem Moment. Der Abgang von mittlerer Dauer bleibt bei den frischen Zitrusfrüchten. Einer der wenigen Piscos die ich durchaus zum puren Genuss empfehlen kann!

Der Alkoholgehalt aller Qualitäten liegt zwischen 40,5% und 41,5%.  Die Preise sind äußerst fair kalkuliert mit ca. 16 € für den Quebranta, 18 € für den Acholado und 24 € für den Mosto Verde Italia. Wer sich für Pisco interessiert sollte einmal ein Blick auf Barsol werfen. Wie zu Beginn erwähnt gibt es noch weitere Qualitäten die noch nicht in Deutschland erhältlich sind.  Demnächst wird es dazu bei den Cocktailwelten noch einiges zu erfahren geben. ;-)

Mittwoch, 7. September 2011

Cocktailian II: Rum & Cachaca

Rum & Cachaça sind die neuen Lieblingsspirituosen der Barszene und Thema der zweiten Cocktailian Ausgabe. Die Herausgeber Helmut Adam, Jens Hasenbein und Bastian Heuser haben erneut ein umfassendes Nachschlagewerk für die gepflegte Cocktailkultur geschaffen. Der Rum & Cachaça Cocktailian widmet sich ganz der Welt der Zuckerrohr-Destillate. Schon immer haftete dieser Spirituose der Geruch von Abenteuer an. Seine Geschichte ist verwoben mit Kolonialismus, Sklavenhandel und Piratentum sowie Voodoo- und Tiki-Ritualen aus Haiti und den Polynesischen Inseln. Im 18. Jahrhundert war Rum eine beliebte Währung  im Seehandel und in Barbados wurde das Destillat aus Zuckerohr religiös verehrt. Rum ist ein Getränk für Freigeister, das beweisen berühmte Liebhaber dieser Spirituose: Ernest Hemingway war Taufpate des weltberühmten "Papa Doble" Daiquiri und Hunter S. Thompson setzte sich mit „The Rum Diary“ ein literarisches Denkmal. Johnny Depp spielt in diesem Jahr die Hauptrolle in der gleichnamigen Verfilmung und unvergesslich ist er als Rum-Kenner Captain Sparrow in Pirates of the Caribbean. Sie alle verbindet eine Leidenschaft für Rum.
Mit dem zweiten Teil des Cocktailian endet auch das Rätsel um die mysteriöse "1" auf dem Buchrücken des ersten Teils. Das neue Werk von den Machern von Mixology hat die selbe Größe wie der Vorgänger und dürfte sich im Layout, mit Ausnahme der Farbe und Inhalt, nicht wirklich unterscheiden. Das Rum & Cachaca Buch bietet auf stolzen 452 Seiten sämtliche Informationen um die Zuckerbrände. Wie schon beim ersten Teil ist das Buch nicht von einem einzelnen Autor geschrieben sondern enthält verschiedene Kapitel von bekannten Spirituosenkennern und -autoren. Dave Broom, Phillip Duff, Ian Burrell, Jeff Berry oder Wayne Curtis sind nur einige wenige die ihren Teil zur Entstehung des Werkes beigetragen haben. Was mir in einer vorliegenden Leseprobe auffällt ist die Erwähnung diverser Bar-Basics zu beginn des Cocktailian II. Hier werden unter anderem die verschiedene Glastypen hinter der Bar erklärt und beschreiben sowie auch die einzelnen Bartechniken wie Jiggern, Abseihen oder das richtige Ausgießen. Eigentlich wurden diese Themen im ersten Band schon zu genüge erklärt. Auch scheinen sich einige Cocktailrezepte in den beiden Büchern zu gleichen. Da das zukünftige Buch allerdings sehr spezifisch ist (und nicht allgemein gehalten wie Band I) ist dies aber zu vernachlässigen. Ich freue mich jetzt schon wieder über die ausführlichen  Entstehungsgeschichten zu den einzelnen Cocktails, welche bei fast allen Rezepturen gegeben sind.
Das Buch richtet sich in meinen Augen an Cocktail- und Spirituosen-Anfänger ebenso wie auch an Barprofis. Ich vermute hier kann man wieder einmal auf ein großartiges Buch freuen das sich zu den Referenzen zählen darf. Zumal wird der Cocktailian II das momentan einzige (noch) erhältliche Sammelwerk zum Thema Rum und Cachaca sein. Vergleichsbücher wie Edward Hamiltons "Das Rumbuch" oder Dave Brooms "Rum" scheinen nicht mehr in weitere Auflagen zu gehen. Erhältlich ist der neue Cocktailian ab dem 12. Oktober für 39.90€. Er erscheint abermals im Tre Torri Verlag und ist zu finden unter der ISBN 978-3-941641464.

Mittwoch, 31. August 2011

Whisky zum Frühstück

Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere noch an den teils katastrophalen Winter des letzten Jahres. Bei arktischen Temperaturen und dichten Schneetreiben fiel der Flugverkehr teils für Tage aus und damit auch ein teil des deutschen Schienenverkehrs. Und so geschah es das auch ich (eigentlich auf dem Weg nach Hamburg) für einige Stunden in Frankfurt gestrandet bin. Zum Glück hatte Sascha Thieben, Bartender der Bristol Bar, Mitleid und lud unsere kleine Gruppe von Cocktailnerds in die Bar ein. Dort entdeckten wir kleine unscheinbare Marmeladengläser - Whiskykonfitüre!
Seit 1991 stellt der kleine Familienbetrieb um Stephan Franz feine Marmeladen und Saucen nach klassischen Rezepten her. Darunter befindet sich auch die so genannte Whisky Collection. Diese Fruchtaufstriche werden wie sämtliche Produkte von Hand hergestellt aber kurz vor der Abfüllung in 150g oder 350g Gläser mit diversen schottischen Singel Malt Whiskies veredelt. Derzeit finden sich nicht weniger als 26 Varianten der klebrigen Köstlichkeit im Programm! Dazu kommen immer wieder wechselnde Sonder- und Saissonabfüllungen. Laut dem Hersteller bewegt sich der Whiskyanteil in den Gläschen im Bereich um die 5%. Die in der Bristolbar verkostete Sorte machte Lust auf mehr. Und obwohl ich schon lange vorhatte einige Gläser zu ordern und zu testen dauerte es jetzt doch ein ganze Weile das Vorhaben in die Tat umzusetzen - doch es hat sich schlussendlich gelohnt vier weitere Sorten unter die Lupe zu nehmen.

Aprikose/Bruichladdich 15: In der Nase steigt ein süßes und dominantes Aprikosenaroma auf. Schöne Konsistenz und Mundgefühl. Der vermixte Whisky ist hier jedoch nur schwer zu erahnen. Wenn man es nicht wüsste würde man den Malt übersehen. Aber wäre der Whisky nicht vorhanden fehlt der Marmelade wiederum etwas - schwer zu beschreiben...
Orange/Glenfarclas 21: Der Geruch bietet ein feines Orangenaroma und eine sehr dezente Rauchigkeit. Am Gaumen verbinden sich Orange und Malt äußerst harmonisch. Zunächst merkt man nur die Frucht welche dann aber den leichten Whiskyaromen den Vorrang gibt. Beide Komponenten sind wie bei einem guten Cocktail wunderbar ausbalanciert.
Erdbeere/Ballechin: In der Nase ist wieder die Frucht dominant doch der Whisky ist hier schon sehr gut zu erahnen. Die Erdbeeren scheinen bereits hier als ob sie im Moor gewachsen sind. Auf der Zunge entfalten sich die beiden Geschmackspartner explosionsartig. Der Whisky ist sofort präsent und spielt seine Stärken auf. Die Frucht ist hier etwas im Hintergrund versteckt aber bindet sich dennoch gelungen ins Gesamtbild ein. Genau das stelle ich mir unter einer Whiskymarmelade vor! Sehr fein!
Himbeere/Smokehead: Nach dem öffnen des Glases liegt eine deutliche Torfnote in der Luft. Der Whisky scheint die Himbeere deutlich zu dominieren. Im Geschmackstest sind wiederum beide Komponenten super ausbalanciert. Die fruchtigen Beeren und der Brand aus Islay geben ein tolles Ganzes ab. Die über alles dominierende Torfigkeit ist in diesem Zusammenspiel sowohl ungewöhnlich als auch spannend. Tolles Produkt!

Wer nun auch Lust auf eine Kostprobe bekommen hat kann sich das komplette Sortiment unter marmeladenmacher.de erwerben. Mit fast sechs Euro pro Glas sind die Fruchtaufstriche mit Sicherheit keine Schnäppchen aber sie sind es wert! Warum nicht einmal einen Whisky zum Frühstück ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Endlich hat es einmal eine Manufaktur geschafft eine Spirituose wirklich auf hohem Niveau in ihre Produkte einzubinden. Aber nicht nur auf Brot machen die süßen Verführer einen guten Eindruck. Ich könnte mir sehr gut vorstellen damit auch diverse Cocktails zu mixen. Ein Whisky Sour mit der Islay-Himbeere ist mit Sicherheit eine sehr spannende Geschichte. Vielleicht ist mit dem Orangengelee auch eine feine Old Fashioned Variante möglich. Wer hätte gedacht das gesüßte Scotch Whiskys so eine gute Figur machen können - auch wenn sie bestimmt nicht gut für die Figur sind...

Dienstag, 2. August 2011

Absolut Legacy - Marketing kreativ

Die legendäre Form der Flasche ist das Wahrzeichen von Absolut Vodka. Kein Wunder, steht sie auch in der Werbung im Mittelpunkt. Nicht zuletzt macht dieses geschickte Marketing die große Bekanntheit des schwedischen Vodkas aus. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Werbeplakate gemeint welche die Silhouette der Flasche in vielerlei Varianten zeigt. Betätigt man die Google-Bildersuche findet man auf Anhieb über 700.000 Ergebnis. Da verwundert es nicht das es auch Sammler und richtige Fanclubs dieser Werbung gibt die einen Großteil ihrer Zeit damit verbringen möglichst seltene Postern zu ergattern.
Nach und nach wurden auch bekannte Künstler dazu aufgerufen sich kreativ an der Vodkaflasche zu betätigen. In der langen Geschichte dieser Zusammenarbeit zwischen Absolut und Kreativen war Andi Warhol der erste Künstler. 1985 malte er die legendäre Flasche wie hier auf dem Bild zu sehen. Was zunächst als Kunst für die Büroräumlichkeiten des Herstellers vorgesehen war, wurde schnell zur Kultwerbung.  Auf Warhol folgte Keith Haring, damals ein unbekannter Graffiti-Künstler. Die Zusammenarbeit mit Absolut verhalf ihm zum Durchbruch. Und der Grundstein für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit von Absolut und Künstlern wie Damien Hirst, Kenny Scharf, Louise Bourgeois etc. war gelegt.
Eine Reihe dieser Werbung begann damit große Städte einzubinden wie zum Beispiel NewYork. Aus dieser Serie entwickelten sich später auch die dazugehörigen Spezial Edition Wodkas die ebenfalls nach Städten benannt sind - natürlich wurden auch hier wieder Künstler engagiert um diesen Flaschen ein passendes Design zu spendieren... Der erste dieser Brände war im Jahre 2007 der Absolut New Orleans, aromatisiert mit Mango und Pfeffer. Des Weiteren veröffentlicht Absolut mittlerweile jedes Jahr eine Flasche mit einer speziellen Verpackung. Als Beispiel sei die "Absolut Disco" genannt - die Flasche im aussehen einer Diskokugel die in wenigen Wochen bei Sammlern heiß begehrt war und die Preise dafür in den Himmel jagten. Ich selbst staunte eines Tages nicht schlecht was eine Flasche "Absolut Chrome" brachte die ich einst bei Ebay verkauft habe.
In den 90er-Jahren wurde die Zusammenarbeit mit Künstler auf Mode, Design, Literatur, Film und Musik ausgeweitet. Ich persönlich kann mich noch an eine Kunstausstellung in München erinnern zu dem Thema "In An Absolut World" - hier wurde zwar das Motto von Absolut vorgegeben und die Vernissage wurde gesponsert aber sonst gab es keine Verbindung zum Produkt - "passives" Marketing für echte Kultur. Die neuesten Werke sind beispielsweise eine musikalische Kooperation mit Kanye West oder der Kurzfilm"I´m Here" vom Regisseur Spike Jonze. Erst vor wenigen Tagen wurde ein weiteres Video auf Youtube hochgeladen welches einen Einblick in das Schaffen des Sänger Cee Lo Green zeigt. Absolut ist ein grandioses Beispiel dafür wie man Marketing auch auf verschiedenen Ebenen präsentieren kann - es muss sich nicht immer nur um den puren Kundenfang handeln...
Zum 30-jährigen Bestehen der Kampagnen bracht der Spirituosenproduzent ein limitiertes Buch unter den Titel "Absolut Legacy" heraus. Darin enthalten sind sämtliche Werke von namhaften Künstlern und eine Beschreibung wie dieses Bild zustande kam. Weiterhin werden die bekanntesten der "normalen" Poster gezeigt und erläutert. Das und vieles Andere erwartet den Leser. Leider hat die Geschichte einen Hacken: Das Buch ist nicht im Handel erhältlich. Aber ihr habt Glück! Eines der begehrten Exemplare steht den Cocktailwelten zur Verfügung und wird die nächste Woche verlost. Beantwortet einfach die folgende Frage: In welcher Stadt wird Absolut Vodka hergestellt und seit wann? Die Antwort schickt ihr bitte mit eurer aktuellen Anschrift bis zum Sonntag den 07.08.2011 per Mail an cocktailwelten@yahoo.com - Viel Glück! Kleiner Tipp: Habt ihr euch schon einmal eine Flasche Absolut genauer angesehen?

Mittwoch, 20. Juli 2011

Makers Mark Workshop in München

Vergangenen Dienstag fand in der Goldenen Bar in München ein kleiner Bourbon-Workshop von Makers Mark statt. Geleitet wurde die Veranstaltung in kleine Runde von der neuen Makers Mark Brand Ambassadorin Tanja Bempreiksz, welche den meisten wohl noch bekannt sein dürfte als die ehemalige Chefredakteurin von Mixology.  Obwohl Makers Mark im Allgemeinen sehr viele Workshops veranstaltet war es doch das erste Mal das ich es zeitlich einrichten konnte.
Es begann mit einer kleinen Einführung zur Geschichte des Bourbons und dessen Herstellung. Schön war dabei das Herumreichen von verschiedenen Objekten um einen tieferen Einblick von der Materie zu bekommen. So war ich doch erstaunt wie weit der Whisky beispielsweise in das Holz der Fässer einzieht - deutlich zu sehen an einer durchgesägten Fassdaube. Ebenfalls erstaunte mich ein geröstetes Stück Holz das für die zweite Nachreifung des Makers Mark 46 verantwortlich ist. Da diese Latte gebrochen war konnte man sehen das sich das Holz schon auf dem halben Wege zur Holzkohle befand - erstaunlich!
Weiter ging es in gewohnter Manier mit einem durchaus ungewöhnlichen Tasting. Es wurden nicht nur die einzelnen Qualitäten der Destillerie verkostet sondern auch diverse Zwischenerzeugnisse und Vergleich-Whiskys. So starteten wir mit einem Makers Mark "White Dog" - das ist der fertige aber noch nicht gereifte Whisky. Rau und bissig verhält sich der farblose Brand. Die wilde Alkoholnote unterstreicht sein junges Alter. Nichts desto trotz erscheint mir das ganze auf eine gewisse Art dennoch gefällig. Der Vergleich zum Whisky mit 12 Monaten Fassreife zeigte dann schon große Unterschiede. Der "Hund" wurde fast gezähmt. Neue Aromen und weniger Schärfe sind auffällig aber alles wirkt noch sehr unausgewogen. Erst der fertige Whisky zeigt ein rundes Gesamtbild. Verglichen wurde der Standart-Makers-Mark dabei mit Knob Creek und Basil Hayden´s um vor allem die Unterschiede in der Getreidezusammensetzung zu erkennen - speziell beim Roggenanteil. Mir viel bei dem Vergleich ebenfalls auf wie süß der Makers Mark ist. Weiter ging es mit einem überreifen Makers der seine beste Zeit definitiv hinter sich hatte. Die aus dem Fass ausgewaschenen Tannine machten sich nun deutlich bemerkbar und verleiten dem Produkt eine unangenehme Bitterkeit. Ein allgemeiner Versuch diesen Brand durch die Zugabe des Einjährigen zu retten zeigte nur geringen Erfolg...
Wer wollte konnte zum Abschluss noch den Makers Mark 46 probieren. Wie oben schon einmal erwähnt handelt es sich dabei um den normalen Whisky des Hauses welcher aber nochmals zusätzlich kurz durch die Zugabe von 10 gerösteten Holzdauben gereift wird. Die Nummer 46 im Namen beschreibt lediglich die Rezeptnummer der Destillerie wie dieser Whisky reift (Reifedauer, Holzarten, Röstungsgrad, ect...). Das war das zweite Mal das ich diesen Brand verkosten konnte und ich komme zum selben Ergebnis wie beim ersten Mal: Leicht Holzig, scharf im Abgang, irgendwie unrund - nicht mein Fall! Besser gefiel mir schon der ebenfalls neue Makers Mark Mint Julep (Premix). Pur ist diese Minzeinfusion kaum trinkbar. Sie ist viel zu süß und das Aroma der Minze ist geradezu aufdringlich. Mit Crushed Ice aufgefüllt verlor sich die Süße ein wenig aber das starke Kaugummiaroma ging immer noch nicht. Erst mit normalen Whisky verdünnt entstand ein sehr leckerer Mint Julep welcher sich hinter dem frisch Zubereiteten nicht verstecken muss! Ich muss zugeben das ich positiv überrascht bin! Kaum zu unterscheiden ist übrigens meine selbstgemachte Whisky-Minze-Infusion (zufällig ebenfalls mit Makers Mark), nur mit dem unterschied das diese noch nicht gesüßt ist.
Als abschließendes "Schmankerl" konnte noch der ebenfalls neu auf dem Markt befindliche Jim Beam Devils Cut verkostet werden. Der Name ist ein Anspielung an den Angels Share - der Teil der Spirituose der während der Reifung im Fass verdunstet. Für den Devils Cut werden die Fässer nach dem Umfüllen in Flaschen nochmals mit etwas Wasser gefüllt um den im Holz befindlichen Restwhisky (bis zu 10L) auszuspülen. Verdünnt auf 45% entsteht quasi das Jim Beam Recyclingprodukt. Der Devils Cut ist leider relativ aromaschwach aber für seinen Alkoholgehalt geradezu Mild. Ich könnte mir durchaus vorstellen davon gemütlich ein paar Gläschen im Wohnzimmer zu trinken und nebenbei ein Buch zu lesen - extra kaufen würde ich mir diesen Whisky aber nicht. Dann doch lieber einen ordentlichen Makers Mark.

Freitag, 15. Juli 2011

Diageo Reserve World Class: Finale 2011

In den letzten Wochen war es soweit: In Neu-Delhis mitreißender Kulisse kämpften 32 der besten Bartender im Diageo Reserve World Class Finale um den Titel „Bartender of the Year 2011“. Der durch den Wettkampf entstehende Ehrgeiz fordert den Bartendern außergewöhnlichste Cocktailkreation ab, die durch die groß aufgezogene Veranstaltung auch für Endkonsumenten erlebbar gemacht werden. Dieser wohl umfangreichste Wettbewerb in der Branche setzt seit Jahren Maßstäbe und stößt auf größtes Interesse. Ein großes Argument für diesen Kontest dürfte neben der ausgefeilten internationalen Durchführung vor allem das Vernetzen der einzelnen Nationen im Sinne der Barkultur sein.
Innerhalb der letzten elf Monate bewarben sich mehr als 10.000 Titelanwärter aus den etabliertesten Bars weltweit, um sich in nationalen Wettkämpfen für das große Finale in Delhi zu qualifizieren. Jeder Einzelne mit dem Ziel, den krönenden Titel für sich zu beanspruchen. Die Vorrundengewinner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Torsten Spuhn (Modern Masters Bar, Erfurt), Heinz Kaiser (Dino’s, Wien) und Henning Neufeld (Le Trois Rois, Basel), repräsentieren ihr Herkunftsland beim Finale. In dem internationalen und über Jahre hinweg gewachsenen Programm stehen Flair, Kreativität und Fertigkeiten der Bartender im Vordergrund. Auf höchstem Niveau werden gegenwärtige Cocktailtrends umgesetzt und das Handwerk hinter der Bar zelebriert. In diesem Jahr findet das "World Class Globa"l Final in der indischen Metropole Neu-Delhi statt. Dort werden die Teilnehmer in sechs herausfordernden Wettkämpfen namhaften Vertretern der Barbranche, darunter Dale DeGroff, Salvatore Calabrese, Peter Dorelli, Gary Regan, Daniel Estremadoyro und Hidetsugu Ueno ihr Können präsentieren. Die Wettkämpfe gewähren einen Einblick in die aktuellsten Trends der Barkultur. Die Einzelrubriken „Gentleman’s Drinks“, „Asian inspired Flavours“, „Classic & Vintage Drinks with a Twist“ und „Female inspired Cocktails“ sind darauf ausgelegt, dass die Bartender ihr ganzes Wissen, ihre technischen Fähigkeiten sowie ihr Charisma zur Schau stellen.
Gestern Abend war es soweit und nach fast einem Jahr der Arbeit wurde der neue World Class Titelträger gefunden. Bei den 32 Nationen des Finales setzte sich schlussendlich Japan mit seinem Kandidaten Manabe Ohtake durch! Der Österreicher Heinz Kaiser konnte sich den Titel "Best of Europe" sichern. Der deutsche Kandidat Thorsten Spuhn setzte sich in der Kategorie "Food Pairing" durch - herzlichen Glückwunsch!

Dienstag, 21. Juni 2011

Ichigo Ichie

Stanislav Vadrana über seine geradezu meditative Art des Bartendings. "Enjoy it!"

Donnerstag, 9. Juni 2011

Pisco: Das Online-Blindtasting


Und weiter geht es in der großen Pisco-Reihe. Schon seit längerem plante ich ein Tasting mit den südamerikanischen Traubenbränden und vor einigen Wochen konnte das Vorhaben endlich in die Tat umgesetzt werden. Die Verkostung fand, wie so oft, blind statt und wurde über das wohlbekannte Cocktails & Dreams Forum organisiert. Jeder der Tester erhielt daraufhin ein Päckchen mit 12 nummerierten Proben zu je 3cl von den verschiedensten Piscosorten. Bekannt war lediglich die Tatsache das alle Brände in Deutschland zu beziehen sind. Bewertet wurde nach einer Skala von 1-10 - je mehr Punkte vergeben wurden desto besser das Produkt. Damit man einen möglichst großen Einblick in die Piscowelt erhält und dennoch vergleichen kann wurden bewusst die meisten Piscos aus den Häusern Vinas de Oro (folgend VdO) und Ocucaje gewählt. Hier angegebene Geschmackseindrücke spiegeln lediglich meine persönliche Meinung wieder.

Den Anfang machte Tacama Acholado als Beispiel für einen Pisco welcher aus mehreren Traubensorten besteht - eine gute, ausbalancierte Spirituose die sich, vielleicht deshalb, genau in die Mitte des Testfeldes ansiedelt. Die nächsten beiden Proben aus der Kategorie "Italia" erhielten bereits höhere Wertungen wobei der fruchtigere VdO etwas höher bewertet wurde wie der Ocucaje. Dies könnte daran liegen das der zuletzt genante Pisco einen bitteren, leicht seifigen, Beigeschmack enthält. Auch in der Paarung "Quebranta" hat VdO die Nase minimal vorn mit gerade einmal 0,3 Punkten Vorsprung. Wie schon beim Italia erscheint mir dieser etwas fruchtiger und runder als der Konkurrent, welcher wieder eine leicht bittere Note enthält.
Wie bereits im Vorfeld vermutet befinden sich die nun kommenden "Mosto Verde Italia" beide im oberen Drittel der Gesamtwertung. Und wieder einmal konnte sich VdO mit dem Bruchteil eines Punktes behaupten. Beide Brände sind in meinen Augen gleichwertig und glänzen mit einem tollen fruchtigen Aromaspektrum.
An dieser Stelle wurde das Peru-lastige Tasting unterbrochen durch die beiden Chilenischen Piscos der Verkostung. Bei diesen Proben ist die Traubensorte nicht bekannt. Der altbekannte Pisco Control wurde nur mit einer geringen Punktezahl bewertet. Vergleicht man diesen mit den anderen Piscos fehlt es dem Control wohl an einer riechem Aromafülle. Die große Überraschung und auch der Sieger der Verkostung ist jedoch der Capel Reservado. Das mag wohl daran liegen das der goldfarbene Traubenbrand der einzige im Holzfass Gereifte in dieser Runde war. Feine Karamell- und Vanilletöne besänftigen die sonst relativ rauhen Aromen des Piscos und machen ihn für den puren Genuss sehr attraktiv.
Weiter gehen sollte es mit der Kategorie "Mosto Verde Quebranta". Da der Hersteller Ocucaje kein passendes Produkt anbietet wurde der Gran Pisco Selecction eingesetzt - ein limitierter Brand aus ausgewählte Trauben. Ein sehr weicher Pisco welcher aufgrund seiner subtilen Aroma jedoch mit einer sehr geringen Punktezahl abgestraft wurde. Im Vergleich mit den andern elf Produkten tanzt dieser zu sehr aus der Reihe. Lässt man sich hingegen nur auf diesen einen Pisco ein verdient er meiner Meinung nach höhere Wertungen. Um noch den einzelnen Most Verde Quebranta zu erwähnen: Erinnert mich an Äpfel und Kakao - interesant.
Den Abschluss des Tastings bildete ein VdO Moscatel um zum einen das Dutzend voll zu machen und um noch eine weiter Traubensorte mit ins Spiel zu bringen. In diesem Pisco findet sich ein wunderbares Aromenspiel von Birne und Schokolade. Auch scheint die Moscatel-Traube einen sehr gefälligen Pisco zu erzeugen. Mein persönlicher Favorit und in der Gesamtwertung auf Platz 2.

Klick zum Vergrößern

Untersucht man das Endergebnis fällt auf das die Nichtaromatische Traubensorte Quebranta insgesamt deutlich schlechter abgeschnitten hat als die Aromatische Italia. Hier wiederum konnten die Mosto Verde Version des Piscos punkten. Man kann aus dieser Verkostung direkt schließen das sich viele Aromen im Pisco durchsetzen. Je Aromareicher das Grundprodukt und die Herstellungsmethode eines Piscos war  desto mehr Punkte wurden im Allgemeinen vergeben - sehr interessant! Das sind auch die Eigenschaften welche bei dem zweitplazierten Moscatel beim ersten Schluck positiv auffielen! Der erstplazierte Capel Reservado konnte mit seiner Fassreife und den damit einhergehenden Aromagewinn enorm punkten. Allerdings muss man auch sagen das dieses Tasting (laut Aussage fast aller Teilnehmer) schwerer war als erwartet. Als Mixspirituose wird Pisco sehr geschätzt doch zum pur trinken konnte sich niemand großartig begeistern.
Aus diesem Grund werde ich mich demnächst in einem aufopferungsvollen zweiten Tasting zur Verfügung stellen und die Top-3-Piscos im Pisco-Sour gegeneinander vergleichen ;-)

Punktedurchschnitt:

4,93 - Ocucaje Quebranta
4,93 - Ocucaje Selecction Quebranta
4,97 - Pisco Control Gran
5,17 - Vinas de Oro Italia
5,23 - Vinas de Oro Quebranta
5,30 - Tacama Acholado
5,40 - Vinas de Oro Mosto Verde Quebranta
5,83 - Ocucaje  De Oror Italia
5,83 - Ocucaje Mosto Verde Italia
6,07 - Vinas de Oro Mosto Verde Italia
6,68 - Vinas de Oro Moscatel
7,17 - Capel Reservado

Anmerkung: Das Blindtasting hatte 23 Teilnehmer. 15 Wertungen gingen bis zum veranschlagten Einsendeschluss ein und wurden für die Auswertung berücksichtigt.

Dienstag, 17. Mai 2011

Zingiba - Ingwer & Zitronengras

Vor ziemlich genau einem Jahr war es wieder einmal soweit und ein Bartender aus Hamburg, den vielleicht der Eine oder Andere kennt, lies Probeflaschen eines Holunderblütenlikörs verlosen welche ein naher Verwandter herstellte. Und wie das immer so ist wenn man einem Verwandten einen Gefallen erledigt bleibt es nicht bei dem Einen... Um so besser denn sonst kämen 100 Connaisseure nicht in den Genuss den neuen Zingiba-Likör aus dem Hause Kreuzritter zu testen und zu bewerten! - Meyer did it again...

Der exotische Name Zingiba leitet sich vom botanischen Namen "Zingiber officinalis" für Ingwer ab. Doch wie der Goldengel nicht nur ein Hollunderblütenlikör ist handelt es sich beim Zingiba nicht nur um einen Ingwerlikör. Der neue Likör wird laut Angaben aus Ingwer- und Zitronengras-Mazeraten sowie mit frischem Inger-Saft hergestellt. Abgefüllt wird das Ergebnis schließlich mit einem Alkoholanteil von 20% in durchnummerierten 0,5L-Flaschen mit dem Kreuzritter-Logo. Das Etikett des neuen "Elixirum Aperitivum" wird ergänz durch ein asiatisches Zeichen (zumindest halte ich es dafür) was die ursprüngliche Herkunft der geschmacksgebenden Zutaten widerspiegelt. Das grünlich schimmernde Produkt weist eine leichte Trübung auf was auf den beigefügten Ingwersaft zurückzuführen ist. Lässt man die Flasche einige Tage stehen sieht man wie sich die Trübstoffe am Grund der Flasche absetzen - vor Gebrauch sollte man das Schütteln also nicht vergessen!
Der Likör verströmt einen angenehmen Geruch von Zitrusfrüchten und etwas Ingwer. Im ersten Augenblick erinnert mich Zingiba an einen leichten Limoncello. Am Gaumen setzen sich diese Eindrücke anfänglich fort. Das florale Zitronengras bindet sich im ersten Moment gut in das Produkt bis sich nach mehreren kleinen Schlücken die typischen würzigen Ingweraromen bemerkbar machen. Diese überdecken das Zitronengras recht schnell. Der Eindruck wird leider durch eine stets dominierende Süße überdeckt die dem Ganzen etwas Leichtigkeit nimmt - ein geringerer Zuckeranteil wäre in meinen Augen wünschenswert. Im Abgang hinterlässt Zingiba eine angenehm samtige Ingwerschärfe sowie eine ungewöhnlich lange Frische.
Wie sich der Likör in vermixten Zustand schlägt sollten einige spontane Versuche unter Beweis stellen. Für den Anfang musste wie fast immer ein Sour herhalten der neben Zingiba noch frischen Limettensaft und ein halbes Eiweiß enthielt. Mit diesem Drink konnte zwar die Süße deutlich gemildert werden aber leider auch das Ingweraroma. Insgesamt wirkte der Cocktail recht harmonisch aber blieb hinter den Erwartungen zurück. Ein Spontaner "Umbau" des Sours zu einem Fizz konnte hier Abhilfe schaffen. Die neue Mixtur war frisch, fruchtig und angenehm würzig. Das ist genau die Linie welche mit dem Zingiba funktioniert - möglichst leichte und erfrischende Getränke für zwischendurch. Ein gute Figur machte der neue Kreuzritter deshalb auch als "Zin Tonic" im Zusammenspiel mit Fentimans und einige frischen Ingwerstücken. Ein weitere Cocktailvariante sollte der Zin Margarita sein. Hier konnte der Zingiba dem Tequilla aber nicht das Wasser reichen und er ging in fast komplett unter. Beim erhöhen der Likörmenge wurde das Gemisch wiederum zu süß und beim ausgleichen mit Säure ging der "Zingiber officinals" wiederum verloren. So ganz leicht ist das Verarbeiten des Likörs nicht aber auf der Facebook-Fanpage des Likörs sind mittlerweile schon eine Vielzahl an Variationen eingegangen.

Zingiba ist ein gutes Erzeugnis das aber nicht an den Goldengel herankommt. Pur überrascht das Elixier mit seinen ausgewogenen Mazeraten und gefiel mehreren Personen, denen ich eine Glas angeboten habe, auf anhieb. Zum vermixen ist der Likör nur bedingt geeignet da er zu leicht untergeht. Ein Flaschenpreis ist mir nicht bekannt aber ich denke dieser dürfte wieder im Bereich um die 20 Euro angesiedelt sein. Am besten macht man sich selbst ein Bild von allen Yings und Yangs des Likörs...

Donnerstag, 7. April 2011

Pisco - Herstellung und Sorten

Und weiter geht es mit dem mittlerweile dritten Teil aus der Reihe von Piscobeiträgen. Was bis dato noch nicht erwähnt wurde ist die Herstellung des Brandes. Wie schon im letzten Artikel kurz erwähnt werden die Trauben für den Pisco eigens für diesen Verwendungszweck kultiviert. Das unterscheidet den Pisco von den meisten anderen Traubenbränden wie den Marc aus Frankreich oder den Grappa aus Italien, welche lediglich ein Nebenprodukt aus den Resten der Weinherstellung darstellen. Nach der Ernte der Trauben werden diese auf den schnellsten Weg zum Pressen gefahren. In Peru geschieht das in vielen Destillen noch in Handarbeit ...oder besser gesagt in Fußarbeit durch stundenlanges stampfen der Früchte in großen Behältern. Diese klassische Methode wird aber immer seltener aufgrund der effizienteren automatisierten Pressung.
Der frisch gewonnene Traubensaft wird im nächsten Arbeitschritt in Keramik- oder Edelstahltanks zwischengelagert um dort die ca. zweiwöchige Fermentation zu vollziehen d.h. den enthaltenen Fruchtzucker in Alkohol umzuwandeln. In der Regel geschieht das völlig automatisch da die Trauben schon eine Vielzahl der dazu nötigen Hefekulturen mit sich brachten. Lediglich in Chile werden weitere Hefen künstlich hinzugefügt um eine Gärung des Safts zu garantieren. In Chile ist die Produktion von Pisco heutzutage schon komplett industrialisiert während man in Peru noch viel auf traditionelle Art und Weiße setzt - vielleicht macht gerade das den großen Unterschied in den Piscos aus...
Bei der anschließenden Destillation des vergorenen Safts sind lediglich die diskontinuierlichen Brennverfahren in Brennblasen aus Kupfer zugelassen. Gebrannt werden darf nur ein Mal! Dazu verwenden die Häuser zumeist die klassische Alambic-Anlage (siehe Bild) mit ihrem charakteristischen birnenförmigen Kopf und dem nach unten gebogenen Schlangenrohr. Von dem Erzeugten Destillat wird wiederum nur das "Coranzón", das Herzstück, für den späteren Pisco genutzt welches eine einzigartige Eigenschaft besitzen muss: Da es verboten ist das Erzeugnis nach der Destillation mit Wasser zu verdünnen, wie es bei allen anderen Spirituosen der Fall ist, muss der Alkoholgehalt des Herzstückes (in Peru) bei 38-48% Vol. liegen. Diese Regelung sorgt nicht nur dafür das es sich bei Pisco um ein reines Destillat handelt sonder garantiert auch den typischen vollmundigen und fruchtigen Geschmack. In Chile schwankt das Destillat zwischen 30% und 43% und wird in diverse Gruppen eingeteilt. (Pisco Corriente = 30%, Pisco Especial = 35%, Pisco Reservado = 40%, Gran Pisco = 43%) In Peru ist der Pisco im Prinzip nun schon fertig aber muss vor der Abfüllung noch mindestens drei Monate in Stahltanks, Kermaik- oder Glasgefäßen ruhen. Eine weitere Vorschrift besagt das die Lagergefäße die Eigenschaften des Destillates nicht weiter verändern dürfen, weshalb auch eine Fasslagerung nicht in Frage kommen kann. Der Pisco muss bei der Abfüllung frei von Verfärbungen oder Fehlgerüchen sein. In Chile dagegen ist es möglich den Pisco noch vier bis zwölf Monate in Holzfässern zu lagern wobei er eine strohgelbe Farbe annehmen kann.

Pisco aus Peru kann in drei Kategorien eingeteilt werden welche in Zusammenhang mit der Verwendeten Traubensorte die spätere Bezeichnung auf der Flasche ergibt.
Pisco Puro: Hierbei handelt es sich um einen sortenreinen Pisco. Zur Herstellung dürfen Trauben von nur einer Traubensorte verwendet werden. Da es in Peru acht zugelassene Traubensorten für die Piscoherstellung gibt, gibt es auch acht Sorten Pisco Puro. Ein weiteres Merkmal des Pisco Puro ist, dass der aus der Traubenfrucht verfügbare Fruchtzucker zu 100% zu Alkohol vergärt wird. Wer will kann hier nochmals die Geschichte mit den aromatischen und den nicht-aromatischen Traubensorten ins Spiel bringen und weiterhin in Pisco Puo Aromático und in Pisco Puro No-Aromático diferenzieren.
Pisco Acholado: Hier werden zwei oder mehr Traubensorten miteinander kombiniert. Ob diese Aromatisch sind oder nicht spielt keine Rolle. Hier gibt es wiederum zwei vorgehensweisen: Entweder wird der frisch gepresste Saft oder der vergorene Most verschiedener Trauben vermischt und anschließend destilliert oder das bereits fertige Destillat aus verschiednen Trauben wird miteinander vermählt. Dies macht man um die verschiedenen Eigenschaften der Trauben in einem Produkt zu erhalten. Die häufigste Mischung ist ein Pisco aus Quebranta- und Italiatraube.
Pisco Mosto Verde: Der "grüne" Pisco. Hier ist nicht die Traube ausschlaggebend für die Kategorie sondern der Herstellungsprozess. Wie zuvor erwähnt dauert es ungefähr zwei Wochen bis die Hefe den gesamte Zucker im Traubensaft in Alkohol umgewandelt hat. Beim Mosto Verde wird dieser Gärungsprozess vorzeitig abgebrochen um noch einen Restzuckeranteil in der Maische zu erhalten. Das Ergebnis der anschließenden Destillation ist ein besonders weicher und samtiger Pisco. Ein Pisco Mosto Verde kann ebenfalls wieder eingeteilt werden in Puro und Acholado.

Ich hoffe ich konnte mit den bisherigen Beiträgen durst auf die Spirituose aus den Anden machen und weitere Freunde des Piscos dazugewinnen. Nicht nur Pur sondern auch in Cocktails ist Pisco ein Stoff der Freude macht! Ein ordentlicher Pisco-Sour gehört zu meinen persönlichen Lieblingsdrinks. Aber auch als Fizz oder mit Tonic bietet dieses Getränk einiges! Ende des Monats wird hier nochmals ein Artikel zu lesen sein über ein von mir gestartetes Online-Pisco-Blindtasting mit 23 Teilnehmern und 12 Piscos. Ich bin schon sehr auf das Ergebnis gespannt! Die drei besten Piscos aus diesem Ranking dürfen daraufhin zeigen was sie im Direktvergleich im Sour können ;-)

Für Informationen rund um diesen Artikel bedanken sich die Cocktailwelten herzlichst bei Frau Ana Rosa Trelles Santana de Elflein von Pisco de Oro e.K.

Donnerstag, 31. März 2011

Peter Richter: Über das Trinken

Letzten Dienstag lief ich wie immer wenn ich in einer Bücherhandlung bin an den kulinarischen Regale vorbei. Zwischen all den bunten Bücherneuheiten stach eine deutlich hervor. Klassisch schlicht gehalten ziert lediglich ein kleiner, alter Sodasyphon das Cover über dem Titel "Über das Trinken". Die kurze Beschreibung auf dem Schutzumschlag reichte aus um mein Interesse zu wecken - bis dahin ahnte ich noch nicht das ich dieses 202 Seiten umfassende Werk am Stück durchlesen würde...
Der Autor Peter Richter veröffentlicht mit "Über das Trinken" sein drittes Buch nach "Blühende Landschaften" und "Deutsches Haus". Der Kunsthistoriker ist vielen vielleicht auch bekannt als Feuilittonautor bei der FAZ und aus seiner Internetkolumne "Richterspruch" oder aus der "Harald Schmidt Show". Und selbst wenn man Richter nicht kennt sollte nun jedem klar sein das es sich bei seinem neuen Buch nicht um eine weitere langweilige Rezeptesammlung handelt oder um ein weiteres anstrengendes Fachbuch zur Thematik. Das Buch ist eine Hommage an das Trinken selbst. So ist schon auf der Rückseite zu lesen: "Wer trinkt, hat ein Problem. Aber wer nicht trinkt, hat erst recht eins." In einer lockeren Mischung aus geschichtlichen, sozialen und witzigen Aspekten erklärt der Autor warum das Trinken aus unserer Gesellschaft bereits seit Jahrhunderten nicht wegzudenken ist und als Kulturgut geschützt werden muss. Für die meisten die diesen Blog verfolgen geht es meist nur um die Bar- und Cocktailkultur. Das aber die Alkopop trinkenden Jugendlichen an der Tanke auch zum großen Ganzen gehören wird meist übersehen und das wird beim lesen des Buches klar. Die trinkenden Jugendlichen werden nicht Kritisiert - ihre Rolle in dem Stück wird beschrieben.
Es ist auch immer wieder vom erreichen des Rausches die Rede und dessen Wichtigkeit aber auch von den Gefahren des Alkoholisum. Peter Richter vergleicht den Alkoholgenuß mit dem Surfen. Aufschwingen auf eine Welle und schließlich über eine möglichst lange Distanz trocken ans Ufer gleiten ohne abzustürzen. Es ist nicht entscheidend wie viel man trinken kann, sondern wie lange man eine gewollte Stimmung mit dem Trinken aufrecht erhalten kann - ich denke das dies der wohl erstrebenswerteste Aspekt in diesem Buch ist!
Unterteilt in 15 Kapitel wird immer ein anderer Punkt im Zusammenhang mit dem Genuß von Alkohol in der Gesellschaft aufgezeigt. So handelt beispielsweise das vierte Kapitel über das Autofahren mit Alkohol und das Neunte über Alkohol und seine Rolle in der Politik. Gesondert will ich auf den fantastischen Schluss des Buches eingehen mit dem Kapitel "Rettet den Rausch". Hier schreibt der Autor auf ein großartige Art und Weiße warum der Alkohol ein erhaltenswertes Mittel für die Menschheit ist und warum er aber auf kurz oder lang kein rosige Zukunft haben wird! Um diese Zusammenhänge aber zu verstehen ist es wichtig das Buch zu verstehen. Man sollte es nicht ernst nehmen - die Botschaft allerdings schon. So ist unter anderem zur Entstehung des Cocktails geschrieben das diese Mischgetränke nur von Amerikanern hätte erfunden werden können. Es standen auf der Reise in den Westen nur Spirituosen und kein Wein oder Bier zur Verfügung. Da das Volk allerdings ein puritanisches Problem mit dem Rausch habe aufgrund der Gesundheit und der Sünde müsse man harte Spirituosen schließlich mit bunten Fruchtsäften mischen, um sie dort zu verstecken...



Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen der sich nur im geringsten mit der dort niedergeschriebenen Thematik beschäftigt. Wer das Buch Die Feine Art des Saufens mag wird "Über das Trinken" sehr zu schätzen wissen. Für mich jetzt schon das absolute Highlight der Bar-Bibliothek 2011! Für gerade einmal 13€ wird man auf das Ausführlichste über "die Gefahren der Nüchternheit" informiert und warum es im Prinzip unmöglich ist nichts zu trinken. In diesen Sinne: Cheers!

Sonntag, 27. März 2011

Pisco - Herkunft und Rohstoffe

Nachdem in der vergangenen Woche schon so einiges zur Namensherkunft des Piscos geschrieben wurde soll es nun zur Herkunft des Piscos selbst gehen sowie seine Rohstoffe. Dabei ist immer zu beachten das es einen deutlichen Unterschied zwischen Pisco aus Peru und aus Chile gibt! Sehen wir uns dazu erstmals den bedeutsameren Brand aus Peru an.

Dieser darf ausschließlich in bestimmten Gebieten des Landes, die so genannte Departments, hergestellt werden. Alle diese Regionen befinden sich direkt an der klimatisch bevorzugten Pazifikküste und sind benannt nach großen Städten in der Nähe. Diese "Zonas de denominación de origen de Pisco" sind von Nord nach Süd Lima, Ica, Arequipa, Moquegua und Tacna. Wird ein Traubenbrand in einem anderen Landstrich hergestellt darf sich dieser nicht Pisco nennen - solch eine geschützte Herkunftsbezeichnung kennt man unter anderem auch beim Cognac oder Portwein. Um diese Echtheit zu garantieren bedarf es die Untersuchung des Brandes durch spezielle dafür eingerichtete Labore - diese dienen auch gleichzeitig dem Verbraucherschutz durch eine ständige Kontrolle der Qualität.
Pisco aus Peru ist ein Traubenbrand der aus der vollen Traubenfrucht, nicht aus Traubenresten aus der Weinherstellung, hergestellt wird. Pisco ist also kein Nebenprodukt der Weinerzeugung, wie dies bei anderen Spirituosen wie dem Grappa der Fall ist. Die Trauben für Pisco werden ausschließlich zum Zweck der Piscoherstellung kultiviert. Diese besitzen alle einen sehr hohen Zuckeranteil welcher für die spätere Herstellung noch eine große Rolle spielen wird - darauf wird im nächsten Piscoeintrag genauer eingegangen. Damit dieses Kriterium erfüllt werden kann muss man die Trauben möglichst vollreif per Hand geerntet werden. Das geschieht in der Zeit zwischen Februar und März und dürfte somit für das Jahr 2011 schon so gut wie abgeschlossen sein. Die auslese von Hand sorgt darüber hinaus wiederum für eine Erhöhung der Qualität bereits bei den Rohstoffen.
Acht Traubensorten sind für die Herstellung der peruanischen Nationalspirituose zugelassen. Dabei lassen sich jeweils vier in die Gruppe der "Aromatischen Trauben" und der "Nicht aromatischen Trauben einordnen". Wie man sich denken kann ist die verwendete Sorte ausschlaggebend für den späteren Geschmack des Piscos - warum sollte es hier auch anders sein als beim Wein. Die aromatischen Trauben sind Italia, Torontel, Albilla uns Moscatel wobei Italia die Populärste darstellt. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre Aromen von tropischen Früchten und floralen Tönen aus. Wenn jemand noch keine Piscoerfahrung hat kann man guten Gewissens zu einem "Pisco Italia" raten. Weshalb die Nicht-Aromatischen diesen Namen tragen kann ich nicht sagen den wie auch bei den Aromatischen hat jede dieser Trauben ihren charakteristischen Geschmack der den zukünftigen Pisco prägt. Die Reben mit den klangvollen Namen Uvina, Mollar, Negra Criolla und Quebranta entsprechen dieser Kategorie. Am Häufigsten ist der Quebranta (Bild oben), welcher zu nächst zurückhaltend erscheint aber später feine Frucht- und Toffeearomen freisetzt.

Anders sieht es im Nachbarland Chile aus. Hier werden vor allem die Traubensorten Muscat d´ Alexandrie und Pedro Ximénez verwendet die man auch von der Brandyherstellung in Spanien kennt. Weitere Arten sind Moscatel Rosada, Torrontés Riojano und Torrontés Sanjuanino. Das Hauptanbaugebiet ist das chilenische Elqui-Tal um die Stadt La Union welche bereits im Jahre 1936 in Pisco-Elquil umbenannt wurde - sehr passend! Weiter Anbaugebiete sind Atacama sowie Coquimbo. Ob es auch in Chile eine geschützte Herkunftsbezeichnung gibt konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Insgesamt ist es leider relativ schwer Informationen über chilenischen Pisco zu erhalten was wohl daran liegen mag das der Peruanische Traubenbrand deutlich populärer ist.

Für Informationen rund um diesen Artikel bedanken sich die Cocktailwelten herzlichst bei Frau Ana Rosa Trelles Santana de Elflein von Pisco de Oro e.K.

Sonntag, 20. März 2011

A guy walks into a bar...

Ihr erinnert euch bestimmt noch an die Clip-Reihe The Bartender Hates You auf Youtube, welche mittlerweile aus über 30 Episoden besteht. Neu in den weiten des Internets ist die Mini-Serie A Guy Walks Into A Bar die nicht weniger lustig ist- viel Spaß beim schauen ;-)


Montag, 14. März 2011

Pisco - Der Ursprung des Namens

Neben den bekannten Spirituosen wie Rum und Whisky gibt es eine Vielzahl von weniger bekannten Bränden. Das heißt allerdings nicht das diese nicht genau so spannend sind. Ganz im Gegenteil! Einer dieser Spirituosen ist der Pisco - ein Traubenbrand aus Südamerika. Dieses Getränk ist zu unrecht kaum bekannt und kann mit einer spannenden Herstellung und Sortenvielfalt beeindrucken. Nicht zuletzt überzeugt der Pisco natürlich durch seinen einzigartigen Geschmack. Aus diesem Grunde wird es in der nächsten Zeit in den Cocktailwelten vermehrt um diese bei uns kaum bekannte Traubenspirituose gehen.
Doch fangen wir beim Namen an: Woher die Spirituose ihren Namen hat kann, wie auch beim Rum, nicht mehr genau nachvollzogen werden. Sicher ist jedoch das die ersten Weinreben vor mehr als 400 Jahren über den Seeweg von Spanien nach Peru und Chile gelangten. Aus diesem Zeitraum müsste folglich auch der Name der klaren Spirituose stammen.
Der zoologische Ursprung gilt als erste Quelle oder Richtung des Wortes Pisco. In Quechua, welches von den Einwohnern dieser Zone seit präkolumbischen Zeiten gesprochen wird, bedeutet «pisku», «pisccu», «phishgo» oder «pichiu» Vogel. Noch heute findet man davon viele in der Küstenzone von Ica. Ángeles Caballero registrierte eine Serie von Zeugnissen von Chronisten und Lexikographen seit der Kolonialzeit bis heute, welche diesen Ursprung des Wortes bestätigen.
Es ist offensichtlich, dass vom zoologischen Ursprung ausgehend, sich das Wort «Pisco» in eine neue Richtung entwickelt: Zum Ortsnamen. Aufgrund der Fülle von Vögeln wurde diese geographische Zone unter den Einheimischen mit dem Namen «Pisco» bezeichnet. Diese Namenswahl vor der spanischen Eroberung wird auch nach der Ankunft der Spanier beibehalten. In verschiedenen Chroniken, Dokumenten und Karten wird das Gebiet mit diesem Namen bezeichnet. Die erste, uns bekannte Karte von Peru wurde in 1574 vom Geographen Diego Méndez erstellt. Trotz der Ungenauigkeit der Kartographie dieser Epoche identifiziert er schon damals klar den Hafen von Pisco südlich der Stadt der Könige in dem von ihm benannten «Golf von Lima». Vertraut man Wikipedia wurde an diesem Hafen der  aromatische Traubenbrand vor der Verladung auf die Handelsschiffe in Holzfässer gefüllt die dann mit "de Pisco", zu deutsch "aus Pisco", beschriftetet - ebenfalls eine plausible Theorie...
Der dritte Ursprung des Wortes «Pisco», den Ángeles Caballero identifiziert, ist ethnisch. Gemäß seinen Forschungen lebte seit der prähispanischen Zeit eine Menschengruppe in der Zone des heutigen Hafens Pisco. Diese Einheimischen stammten sowohl von der antiken Kultur Paracas – welche sich zwischen dem II. Jahrhundert vor Christus und dem III. Jahrhundert nach Christus entwickelte und sich durch hochwertige Kunstarbeiten wie die berühmten vielfarbigen Gewebe auszeichnete – als auch von der Kultur Nazca – welche in dieser Zone der Paracas-Kultur zwischen dem II. und XI. Jahrhundert nach Christus folgte – ab. Letztere zeichnete sich durch ihre wunderbare und vielfarbige Keramik und durch den Bau der "Nazca-Linien", enorme Geoglyphen, welche Menschen und tierähnliche Figuren und verschiedene geometrische Zeichnungen darstellen, aus. In dieser Menschengruppe, welche vom Inkareich unter der Herrschaft von Pachacútec (1438-1471) unterworfen wurde, existierte eine Sippe von Töpfern, welche die Piskos genannt wurden. Die Piskos fertigten vor allem Gefäße aus Ton an, die zur Aufbewahrung aller Arten von Flüssigkeiten, besonders von Chicha (Maisbranntwein) und anderen alkoholischen Getränken, welche aus Molle (Früchte des peruanischen Pfefferbaumes) oder cañigua (ein Getreide aus den Anden) zubereitet wurden, dienten. Gemäß dem Werk von Fernando Lecaros benutzten die Spanier die Piskos am Anfang der Kolonialzeit, um Gefäße oder Krüge in Form von griechischen Amphoren herzustellen. Diese wurden aus gebranntem Lehm angefertigt und auf der Innenseite mit Wachs von wilden Bienen überzogen. Sie wurden dazu benutzt, den Branntwein aus Trauben, der in der Region von Pisco erzeugt wurde, abzufüllen und zu transportieren. Schlussendlich ging aus all den vorhergehend genannten Ursprüngen ein vierter hervor, den Ángeles Caballero "industrielle Richtung" nennt. So geschah es, dass die von den Töpfern Piskos produzierten Amphoren auch Piscos genannt wurden. In diesen Gefäßen fing man an, den in der Zone hergestellten Branntwein aus Trauben zu lagern. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass dieser Name schnell von Kontinent zu Kontinent weitergegeben wurde, so dass mit Pisco nicht nur das Gefäß, in dem der hochgeschätzte Branntwein aufbewahrt wurde, sondern auch das Getränk selbst gemeint waren, welches unter diesem Namen bekannt wurde.

Für Informationen rund um diesen Artikel bedanken sich die Cocktailwelten herzlichst bei Frau Ana Rosa Trelles Santana de Elflein von Pisco de Oro e.K.
Der Artikel enthält weiterhin wesentlicher Auszüge des Artikels "Der Pisco und sein Name" von Gonzalo Gutiérrez. Der Artikel ist auf Deutsch erschienen im kulturellen Blatt "CHASQUI - Der Postbote von Peru", verlegt vom peruanischen Außenministerium, Ausgabe vom Juli 2003. Weiter Auszüge von G. Gutiérrez aus dem Buch El Pisco/ Apuntes para la Defensa Internacional de la Denominación de Origen Peruano.

Montag, 21. Februar 2011

Finest Spirits, Whisky- & Barfestival 2011

Auch in diesem Jahr konnte ich es mir nicht entgehen lassen wieder auf die Finest Spirits zu gehen - das Münchner Whisky- und Bar-Festival. Und auch in diesem Jahr fand erneut ein Standortwechsel der Messe statt. Aufgrund des großen Besucheransturms wurde die Ausstellung in das relativ zentrale MVG-Museum verlegt zwischen alten Straßenbahnen und Omnibussen.


Doch nicht nur die Besucherzahlen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Auch die Anzahl der Aussteller steigert sich jedes Mal beachtlich. Zudem wird auf der Messe nun auch eine breitere Schiene von Produkten vorgestellt. Noch vor zwei Jahren konnte man auf der Finest Spirits fast nur schottische Whiskys verkosten. Mittlerweile finden sich neben dieser Hauptsparte des Festivals vor allem namhafte Obst-Destillerien ein wie Lantenhammer, Ziegler, Gansloser oder Reisetbauer. Einige Abfüller präsentierten darüber hinaus auch den einen oder anderen Rum. In meinen Augen zwar immer noch deutlich zu wenig aber die nächste Finest Spirits kommt bestimmt. Dafür fanden sich zum ersten mal Spirituosen wie Cognac, Tequila und Gin in größerer Anzahl auf dem Festival ein. Aufgelockert wurden die Messestände auch immer wieder durch "alkoholfreie" Verkäufer wie Schokoladenhersteller, Fasshersteller oder einem Glasbläser welcher Uhren aus leeren Flaschen anfertigt... Zigarren wurden in der eigens dafür eingerichteten "Habanos Lounge" verkauft und passend zum aktuellen, im Glas befindlichen Tropfen, empfohlen. Wann kommt man trotz des Rauchverbotes in Bayern schon einmal in den Genuss innerhalb eines Gebäudes vorzüglich zu trinken und gleichzeitig zu rauchen?
Ich befürchte das auch 2012 wieder ein neuer Ort für die Finest Spirits gesucht werden muss da die Besuchermassen am Samstag bereits sehr grenzwertig waren. Es staute sich leider immer wieder an den Ständen der bekannten Marken und an den Raritäten. Darunter unter anderem ein 32 Jahre alter Enmore-Demerara mit 65 Volumenprozent, der leider schon etwas über seiner Zeit ist! Um den vielen Leuten aus dem Weg zu gehen nutzten wir die Zeit mit dem Verkosten diverser anderer Köstlichkeiten. Unter anderem der Ziegler Schokoladen-Spirituose die dem Mozart Dry sehr ähnelt aber fast doppelt so viel kostet. Beide Produkte lassen sich aber bestimmt gut mit dem neuen Lantenhammer Haselnuss-Geist kombinieren welcher zum ersten Mal in drei Vorab-Varianten bewertet werden konnte. Meine Neuentdeckung der Messe ist allerdings der Corner Creek Bourbon mit 44%. Ein leicht süßer US-Whisky mit viel Aromen von Trockenfrüchten, Karamell und Gewürzen. Für ca. 34 Euro auch preislich eine schöne Sache! Weitere interessante Neuheiten konnten auch beim Cocktailan-Stand von Mixology begutachtet und probiert werden. Hier fand man neben dem neuen Dr. Adam Elmergirabs Spanish Bitters auch neue Barwerkzeuge. Stellt euch einfach den beliebten japanischen Barlöffel vor dessen Dreizack und Löffel jeweils nur ein Drittel der normalen Größe besitzt - ideal zum dosieren von Bitters oder kleinen Mengen um einen Cocktail abzurunden - sehr schick!
Unterdessen führte der Münchner Barzirkel zum zweiten Mal das Finale seines Commander Cups durch. Je drei Finalisten mussten sich in den Kategorien "Most Classic" und "Most Excentric" eine Jury stellen. Alle vorgestellten Drinks mussten dabei den Monkey 47 Gin aus dem Schwarzwald enthalten. Am Ende standen Christian Schiegl (Excentric) und der Vorjahresgewinner Timo Kaufmann (Classic) an der Spitze des Siegertreppchens. Herzlichen Glückwunsch!
Zum Schluss konnte man noch zwei erfreuliche Termine in Erfahrung bringen: Der leckerer Mozart Schokoladenbitters wird voraussichtlich in zwei Wochen erhältlich sein und der heiß begehrte und hocharomatische Smith & Cross Rum aus Jamaika wird in ca. vier Wochen den Weg zu den deutschen Händlern finden. Mai Tai roa ae! ;-)
Die Finest Spirits war wie immer für einige Überraschungen gut doch hinterlässt sie dieses Jahr einen leichten Nachgeschmack da der Eintrittspreis mit 20 Euro für eine Tageskarte nicht gerade billig ist - immerhin kostete die Garderobe extra und fast jeder Vortrag schlägt nochmals mit 15-20€ zu Buche. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für die verkosteten Spirituosen. Aber so ist das wohl auf einer Endverbrauchermesse.

Montag, 14. Februar 2011

Very Important Drinks

Viele haben es bereits gesehen - einige noch nicht. Das Pro Sieben Magazin Galileo beschäftigte sich gestern Abend in einem Beitrag mit bekannte Cocktails und Cocktailklassikern. Präsentiert wurden diese von Bartender und "Barzirkel München" -Gründungsmitglied Oliver v. Carnap in seiner gewohnt lockeren Art und Weise. Vorgestellt werden unter anderem der Mai Tai. der Dry Martini und der Old Fashioned! Endlich einmal ein Cocktail-Beitrag jenseits von Pina Colada und Wodka Energy...
Galileo zeigt in meinen Augen zwar oft Beiträge deren Informationsgehalt und Sinn in den unteren Regionen angesiedelt sind aber die "Very Important Drinks" sind durchaus sehenswert und erwähnen mehrfach das es sich bei Cocktails um hochwertige Genussmittel handelt, bei denen der Alkohol lediglich eine Nebenrolle spielt - bravo, auch wenn nicht alles hunderprozentig stimmt! Schön sind auch kurze Erklärungen (warum wird auf die Minzdeko geklatscht) oder kleine Anekdoten (Was ist der trockenste Martini). Ich denke das hier der eine oder andere Zuschauer bestimmt Lust bekommen hat eine Bar aufzusuchen - ich zumindest musste mir gestern nach dem Beitrag einen Old Fashioned rühren... Gute Arbeit Oliver :-)

Link zum VID-Viedeo

Montag, 31. Januar 2011

Von New Makes und Overproofed Obstbränden

Der gestrige Tag in München sollte eigentlich ganz im Zeichen des Weines stehen. Robin Stein von der Trinklaune und die Cocktailwelten planten zusammen mit Klaus aus der goldenen Bar eine Flasche Rivesaltes aus dem Jahre 1929 zu verkosten! Die Berichterstattung darüber wird in den kommenden Tagen online gestellt... Wie dem auch sei endete das Ganze (als hätte man etwas anderes erwartet) in einem fantastischen Abend. Jeder brachte noch eine weiter Kleinigkeit mit so das am Ende noch ein schönes Premium Bier, Thomas Henry Sodas, ein Champagner von ´81, eine selektierte Käseplatte, eine sehr leckere Lammkeule, ein ganzer Kuchen und viele Spirituosenraritäten auf dem Programm standen. Diese sollen nun auch das eigentliche Thema sein.
Klaus besitzt eine ansehnliche Sammlung von unverdünnten Obstbränden sowie von New Make Whiskys verschiedenster Häuser. Unter einem "New Make" versteht man den noch ungelagerten und unverdünnten Whisky wie er direkt aus der Destillationsanlage fließt. Erst durch diverse Fasslagerungen, Filtrierungen und Verdünnungen entsteht nach Jahren der Arbeit ein Whisky wie man ihn kennt und überall findet. Doch warum gibt es die frischen Brände nicht zu erwerben? Riecht man an den einzelnen New Makes sind ganz deutlich schon die verschiedenen Stielrichtungen der einzelnen Häuser erkennbar. In unserem Beispiel waren das Talikser, Ardbeg und Laphroaig. Alle Proben wiesen eine feine Getreidenote auf die sehr gefällig erscheint und erstaunlicherweise an Fruchtbrände erinnert. Am Gaumen jedoch explodierten die Produkte regelrecht. Sie sind bei einem Alkoholanteil von 65-75% sehr scharf und unwahrscheinlich aromatisch. Getreide, Torf, leicht fruchtige Aromen und vieles mehr vereinen sich in einem wilden Durcheinander. So chaotisch dieser Eindruck auch sein mag hat das ganze einen gewissen Reiz und wir könnten uns vorstellen dass das vielen Leuten gefallen wird wenn der Alkohol auf ca. 50-60% reduziert wird um nicht zu brachial zu erscheinen. Damit ein Tropfen den Namen "Whisky" tragen darf müssen einige Anforderungen erfüllt werden wie zum Beispiel eine Mindestreifezeit. Das führt dazu das diese Destillate offiziell noch kein Whisky sind aber was spricht schon gegen eine neue Spirituosenkategorie der New Makes! Momentan bietet meines Wissens nach nur die kleine Hudson-Destillerie in den USA ein Produkt aus diesem ungewöhnlichen Segment an.
Ähnlich verhält es sich mit Obstbränden. Die im Handel erhältliche Produkte bewegen sich in der Regel im Bereich von 40 bis 45 Volumenprozent. Das Ergebnis ist ein angenehm fruchtiges und leicht scharfes Erzeugnis. Gestern kamen wir jedoch in den Genuss zweier unverdünnter Brände. Quasi ein "straight from the still" aus den Häusern Lantenhammer und Reisetbauer. Die Fruchtaromen im Glas sind bei der Williamsbirne sowie der Mirabelle atemberaubend! Ohne scharf zu riechen könnte man meinen eine frische Frucht vor sich liegen zu haben! Alleine bei dem Gedanken daran läuft mir noch jetzt das Wasser im Munde zusammen. Dieser Eindruck geht am Gaumen weiter: Massivste Frucht wie man sie kaum beschreiben kann. Nur vollreife Birnen und Mirabellen vom Obsthändler könnten intensiver sein. Der Williamsbrand mit 70% ist entsprechend scharf aber durchaus gut trinkbar. Die Alkoholwolke verfliegt innerhalb weniger Sekunden. Anders verhält es sich bei der Mirabelle mit brachialen 83,4% Alkohol. Das Mundgefühl ist sehr grenzwertig und raubt einem im wahrsten Sinne des Wortes dem Atem. Nichts desto trotz eine schöne Erkenntnis in der Welt der Spirituosen! Wir kamen auch hier zu dem Ergebnis das sich "overproofed" Obstbrände mit Sicherheit gut verkaufen lassen würden.
Betrachten wir das schon Geschriebene einmal von der wirtschaftlichen Seit: Sowohl bei den New Makes als auch bei den Obstbränden bedeutet eine höherer Alkoholanteil eine geringere Ausbeute für den Hersteller. Dementsprechend müsste man für diese Spezialitäten den Endpreis sehr hoch ansetzten um das zu kompensieren bzw. den Mengeninhalt der Flaschen drastisch reduzieren. Preise für New Makes müssten in Relation zu den Edelbränden allerdings niedriger sein da die Jahrelange Lagerung in Fässern entfällt. Ich könnte mir vorstellen in diesen beiden Segmenten Produkte zu kaufen. Die New Makes aufgrund interessanter Eigenschaften und zum Vergleich zu den fertigen Whiskys und die Obstbrände aufgrund einer grandiosen Qualitätssteigerung! Vielleicht können wir uns in Zukunft auf die eine oder andere Überraschung gefasst machen was die Entwicklung auf dem Spirituosenmarkt angeht. Immerhin ist die Industrie immer auf der Suche nach neuen Wegen und warum sollte man nicht auf Dinge zurückgreifen die im Prinzip schon existieren aber nicht vermarktet werden? Die Erfahrung hat gezeigt das sich gerade in der Bar immer wieder kleine Nischen zeigen die sich in Windeseile zu etwas Großen entwickeln können
...so wie der gestrige Abend den wir versuchen werden regelmäßig abzuhalten als eine Art Genuss-Stammtisch. Jeder bringt eine kulinarische Kleinigkeit mit die es wert erscheint mit anderen verkostet zu werden. Ich kann den nächsten Termin kaum erwarten! :-)

Montag, 24. Januar 2011

Thomas Henry (Thomax) Grapefruit Lemonade

Für mich gibt es bei der Fülle der existierenden Longdrinks drei, die besonders herausstechen: Der Gin & Tonic mit - wer hätte es geahnt - Gin und Tonic Water, der Dark & Stormy mit dunklem, aromatischen Rum und Ginger Beer und den Paloma mit Tequila (häufig blanco für die Frische) und Grapefruitlimonade.
Die Auswahl an Spirituosen für diese Longdrinks ist riesig und auch die Auswahl an erhältlichen Tonic Watern ist in den letzten Jahren gestiegen. Ginger Beer ist auch relativ gut erhältlich, ich habe erst letztens in einem Asia-Laden in meiner Nähe 3 verschiedene Marken gefunden, hinzu kommen noch Fentimans und - wenn auch ziemlich rar - Fever Tree. Bei Grapefruitlimonade sieht es bisher allerdings Mau aus: Ting, das zum Teil in Asia-Läden erhältich ist, und die teure aber durch Qualität doch relativ preiswerte La Mortuacienne Pamplemousse stehen in Deutschland allein auf weiter Flur.

Seit letztem Jahr allerdings hat sich der deutsche Hersteller Thomas Henry der Aufgabe angenommen, flächendeckend Filler für die Gastronomie in Deutschland bereit zu stellen. Hiervon haben wir die zum Start veröffentlichte Range bereits hier auf den Cocktailwelten verkostet und vorgestellt. Nachdem mit den bisherigen Produkten ein nicht unerheblicher Teil der Filler Konkurrenz bekommen haben, hat die Marke Thomas Henry der Aufgabenstellung folgend zum Auftakt der Barkultour 2011 in der o.T. Bar eine Grapefruitlimonade vorgestellt. Dort bin ich in den Genuss dieser Limonade gekommen und möchte euch meine Eindrücke nicht vorenthalten:
Die blassgelbe, trübliche Grapefruitlimonade befindet sich in einer für Thomas Henry untypischen 250 ml fassenden Flasche - jedoch sprechen das im Logo befindliche TH und die 5 Sterne für Thomas Henry. Beim Einschenken in ein Glas lässt sich ein relativ hoher Kohlensäuregehalt erahnen. Das Aroma ist relativ frisch, leicht herb aber ziemlich dezent. Die Zunge bestätigt dies, die Limonade ist nicht zu süß, rund, aber für meinen Geschmack zu wenig Grapefruit, ich befürchte ein wenig, dass sie im Paloma gegen den Tequila den Kürzeren zieht und sich nicht behaupten kann. Gleich ausprobieren!

Paloma
5 cl Tequila Blanco (ich habe mangels Alternativen Patron Blanco genommen)
2 cl Limettensaft
Fill up Thomas Henry Grapefruit Lemonade
In der Nase verbinden sich die erdigen Töne des Tequilas gut mit der herb-frischen Note der Grapefruitlimonade, der Geschmack ist rund, ein sehr leichter, frischer Drink für den Sommer, allerdings bestätigt sich meine Vermutung: die Grapefruit geht ein wenig unter. Nichtsdestotrotz ein sehr angenehm zu trinkender Drink!
Sascha (Cocktails Old Fashioned) teilte meine Meinung hierbei, dass die Limonade einen durchaus süffigen Paloma ergibt, aber eben ein wenig Grapefruit vermissen lässt und nächsten Sonntag werde ich noch die Meinungen von Christian, Robin (Trinklaune) und Klaus St. Rainer (Goldene Bar) einholen.

Mein Fazit bisher: Sollte diese Limonade ebenfalls das preisliche Niveau von Schweppes anstreben wie die anderen Limonaden von Thomas Henry, werde ich mir für den nächsten Sommer wohl einen Vorrat anlegen :)

Link auf die Herstellerseite (laut Etikett): http://grape-lemonade.de/

Freitag, 21. Januar 2011

DBU Juniorakademie: Vorausscheid auf der HOGA 2011

Vom 16. bis zum 19. Januar fand in Nürnberg wieder die alljährliche Hotel- und Gastronomie-Messe HOGA statt, auf der diesmal unter anderem die DBU mit einigen Firmen wie Pernod Ricard zusammen unter dem Motto „Cocktailarena“ eine Fläche gemietet hat. Ich selbst wurde durch Sascha Thieben (Bristol Hotel Frankfurt) auf den am Montag statt findenden Vorausscheid für die Juniorakademie hingewiesen, an dessen Programm ich als Besucher Teil haben durfte.
Leider war bereits die Teilnahme einiger DBU Sektionen ein Kritikpunkt, für den allerdings die Organisatoren nichts können: Angemeldet wurden von den einzelnen Sektionen insgesamt elf von möglichen 24 - also zwei pro Sektion. Nicht einmal 50% - hier besteht Nachholbedarf und ich hoffe, dass man nächstes mal auf mehr Teilnehmer treffen kann. Aus diesem Grund wurde aus dem Vorausscheid viel mehr ein frühzeitiges Punkte sammeln, denn die erreichten Punkte werden dem Punktekonto in Rostock im Mai zugerechnet wo jeder der elf hinfahren wird.
Die geplanten Tests für die Teilnehmer waren ein Speed-Wettbewerb und ein schriftlicher Test über das Wissen, dass sie sich im Laufe des Tages auf Vorträgen angeeignet haben.
Ziel des Speed-Wettbewerbs war dabei es, einen Bon von fünf Punkten abzuarbeiten. Die Teilnehmer hatten 3 Minuten Zeit, das mis en place für diese Aufgaben vorzubereiten, die ein breites Spektrum der verschiedenen Techniken bezüglich der (Zu-)Bereitung von Getränken abgedeckt hat. So musste ein Longdrink zubereitet, eine Spirituose in ein Nosing-Glas eingeschenkt, ein Softdrink mit Trinkhalm vorbereitet, ein Cocktail im Pousse-Cafe Stil geschichtet und einer gerührt werden. Die Aufgaben wurden den Teilnehmern jeweils kurz vor Ihrem Bühnenauftritt per Los zugeteilt, wobei es zwei Versionen gab, die sich minimal unterschieden haben.
Bewertet wurde dabei sowohl, wie lange die Kontrahenten für das Abarbeiten dieser 5 Aufgaben benötigten, als auch, wie die Technik dabei war. Für schlecht geschichtete Pousse-Cafe Cocktails z.B. gab es einen Zeitmalus, der der benötigten Zeit aufgerechnet wurde.

Wie erwähnt bezog sich der schriftliche Test auf die zum Teil interessanten und informativen Vorträge, die jeweils von „alten Hasen“ gehalten wurden.
Beim ersten Vortrag führte Uwe Voigt die Geschichte und Herstellung in Form eines Abrisses aus und ließ die Teilnehmer dabei diverse Piscos von Viñas de Oro verkosten. Abgeschlossen wurde dies mit einer Ausführung über die Zubereitung des Pisco-Sour. Hierbei hat sich ein Widerspruch mit den Ausführungen von Bernhard Schäfer, der den Pisco Workshop in der goldenen Bar gehalten hat, ergeben. Wurde in der goldenen Bar davon gesprochen, dass der historisch korrekte Pisco Sour Angostura Bitters auf der Schaumkrone beinhaltete, wohingegen auf der HOGA von Amargo Chuncho die Rede war. Wer hat hier weiterführende Informationen? Ich würde mich über Kommentare dazu sehr freuen!
Den zweiten Vortrag hielt Alexander Hauck von The Bitter Truth (TBT) über die Geschichte der Bitters, angefangen mit der Verwendung als Magenbitter über deren Untergang durch den „Pure Food and Drug Act“ bis hin zur Renaissance in der Neuzeit, immer wieder unterstrichen mit Proben der Bitters aus der Range von TBT.
Gefolgt wurde der Ausflug in die bittere Geschichte von einem Vortrag von Arnd Henning Heisen (Shochu Bar) und Oliver Kirschner (Gelbes Haus) über Inspiration für Cocktails, also wo man Ideen für Cocktailrezepte bekommen kann. Im Fokus standen dabei das Arbeiten mit Infusionen und „Fragrance-Cocktails“, also das Ableiten von Cocktailrezepten aus Parfümaromen mit deren Bedeutungen im Parfüm.
Um die Geschichte, Herstellung und Zubereitung von Tee sowie seiner Anwendung in Cocktails drehte sich der vierte Vortrag, gehalten von Franz Schmidauer (Bar Nürnberg) und dem Team vom Wurzelsepp, bei dem einige exklusive Teesorten vorgestellt und vermixt wurden. Der für die Teilnehmer der Juniorakademie letzten prüfungsrelevanten Vortrag drehte sich um Rum, genauer um Havanna Club. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass allgemeiner auf das Thema Rum eingegangen wäre als „nur“ auf eine bestimmte Marke. Dies wurde bei den Bitters und dem Pisco meiner Meinung nach besser gelöst.

Insgesamt wurden zu jedem Vortrag vier Fragen gestellt, die zum Teil auch auf das Detailwissen der gehaltenen Vorträge eingeht, z.B. wurde gefragt zum Vortrag über Bitters gefragt, in welchem Jahr der „Pure Food and Drug Act“ (s.o.) umgesetzt wurde.
Alle Prüfungen hinter sich gebracht, ein wenig matt aber gut gelaunt, ging es für die Teilnehmer danach in die Bar Nürnberg, in der einige Gastbartender die Schüttelbecher geschwungen haben - ein schöner Abschluss, danke an Peppi und sein Team dafür! Insgesamt macht die Juniorakademie auf mich den Eindruck, dass die Priorität viel mehr auf der Weiter-/Ausbildung der Teilnehmer Wert als auf dem Wettbewerb liegt, was ich sehr begrüße. Durch den schriftlichen Test werden die Teilnehmer quasi dazu gezwungen, den Vorträgen aufmerksam zu folgen und sich darüber Gedanken zu machen, was die wichtigen Daten des Gehörten sind. Sollte beim Speed-Wettbewerb die Zeitmali so ausgelegt sein, dass sauberes, korrektes Arbeiten wichtiger als reine Geschwindigkeit ist, finde ich auch diese Prüfung angemessen als kleinen Abriss der technischen Fertigkeiten des Bartenders - aber eben nur ein Abriss, was allerdings die Auslegung der Vorausscheidung vollkommen rechtfertigt, wie finde. Hierbei bin ich schon gespannt, welche Prüfungen und Hürden die Teilnehmer in der eigentlichen fünftägigen Juniorakademie in Rostock im Mai erwartet, hierbei sollen diese ganzheitlich als Bartender bewertet werden. Ich bin gespannt!