Dienstag, 17. Mai 2011

Zingiba - Ingwer & Zitronengras

Vor ziemlich genau einem Jahr war es wieder einmal soweit und ein Bartender aus Hamburg, den vielleicht der Eine oder Andere kennt, lies Probeflaschen eines Holunderblütenlikörs verlosen welche ein naher Verwandter herstellte. Und wie das immer so ist wenn man einem Verwandten einen Gefallen erledigt bleibt es nicht bei dem Einen... Um so besser denn sonst kämen 100 Connaisseure nicht in den Genuss den neuen Zingiba-Likör aus dem Hause Kreuzritter zu testen und zu bewerten! - Meyer did it again...

Der exotische Name Zingiba leitet sich vom botanischen Namen "Zingiber officinalis" für Ingwer ab. Doch wie der Goldengel nicht nur ein Hollunderblütenlikör ist handelt es sich beim Zingiba nicht nur um einen Ingwerlikör. Der neue Likör wird laut Angaben aus Ingwer- und Zitronengras-Mazeraten sowie mit frischem Inger-Saft hergestellt. Abgefüllt wird das Ergebnis schließlich mit einem Alkoholanteil von 20% in durchnummerierten 0,5L-Flaschen mit dem Kreuzritter-Logo. Das Etikett des neuen "Elixirum Aperitivum" wird ergänz durch ein asiatisches Zeichen (zumindest halte ich es dafür) was die ursprüngliche Herkunft der geschmacksgebenden Zutaten widerspiegelt. Das grünlich schimmernde Produkt weist eine leichte Trübung auf was auf den beigefügten Ingwersaft zurückzuführen ist. Lässt man die Flasche einige Tage stehen sieht man wie sich die Trübstoffe am Grund der Flasche absetzen - vor Gebrauch sollte man das Schütteln also nicht vergessen!
Der Likör verströmt einen angenehmen Geruch von Zitrusfrüchten und etwas Ingwer. Im ersten Augenblick erinnert mich Zingiba an einen leichten Limoncello. Am Gaumen setzen sich diese Eindrücke anfänglich fort. Das florale Zitronengras bindet sich im ersten Moment gut in das Produkt bis sich nach mehreren kleinen Schlücken die typischen würzigen Ingweraromen bemerkbar machen. Diese überdecken das Zitronengras recht schnell. Der Eindruck wird leider durch eine stets dominierende Süße überdeckt die dem Ganzen etwas Leichtigkeit nimmt - ein geringerer Zuckeranteil wäre in meinen Augen wünschenswert. Im Abgang hinterlässt Zingiba eine angenehm samtige Ingwerschärfe sowie eine ungewöhnlich lange Frische.
Wie sich der Likör in vermixten Zustand schlägt sollten einige spontane Versuche unter Beweis stellen. Für den Anfang musste wie fast immer ein Sour herhalten der neben Zingiba noch frischen Limettensaft und ein halbes Eiweiß enthielt. Mit diesem Drink konnte zwar die Süße deutlich gemildert werden aber leider auch das Ingweraroma. Insgesamt wirkte der Cocktail recht harmonisch aber blieb hinter den Erwartungen zurück. Ein Spontaner "Umbau" des Sours zu einem Fizz konnte hier Abhilfe schaffen. Die neue Mixtur war frisch, fruchtig und angenehm würzig. Das ist genau die Linie welche mit dem Zingiba funktioniert - möglichst leichte und erfrischende Getränke für zwischendurch. Ein gute Figur machte der neue Kreuzritter deshalb auch als "Zin Tonic" im Zusammenspiel mit Fentimans und einige frischen Ingwerstücken. Ein weitere Cocktailvariante sollte der Zin Margarita sein. Hier konnte der Zingiba dem Tequilla aber nicht das Wasser reichen und er ging in fast komplett unter. Beim erhöhen der Likörmenge wurde das Gemisch wiederum zu süß und beim ausgleichen mit Säure ging der "Zingiber officinals" wiederum verloren. So ganz leicht ist das Verarbeiten des Likörs nicht aber auf der Facebook-Fanpage des Likörs sind mittlerweile schon eine Vielzahl an Variationen eingegangen.

Zingiba ist ein gutes Erzeugnis das aber nicht an den Goldengel herankommt. Pur überrascht das Elixier mit seinen ausgewogenen Mazeraten und gefiel mehreren Personen, denen ich eine Glas angeboten habe, auf anhieb. Zum vermixen ist der Likör nur bedingt geeignet da er zu leicht untergeht. Ein Flaschenpreis ist mir nicht bekannt aber ich denke dieser dürfte wieder im Bereich um die 20 Euro angesiedelt sein. Am besten macht man sich selbst ein Bild von allen Yings und Yangs des Likörs...

1 Kommentar:

  1. Genau das Richtige für einen ordentlichen Mädels-Abend! :-)

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