Mittwoch, 20. Juli 2011

Makers Mark Workshop in München

Vergangenen Dienstag fand in der Goldenen Bar in München ein kleiner Bourbon-Workshop von Makers Mark statt. Geleitet wurde die Veranstaltung in kleine Runde von der neuen Makers Mark Brand Ambassadorin Tanja Bempreiksz, welche den meisten wohl noch bekannt sein dürfte als die ehemalige Chefredakteurin von Mixology.  Obwohl Makers Mark im Allgemeinen sehr viele Workshops veranstaltet war es doch das erste Mal das ich es zeitlich einrichten konnte.
Es begann mit einer kleinen Einführung zur Geschichte des Bourbons und dessen Herstellung. Schön war dabei das Herumreichen von verschiedenen Objekten um einen tieferen Einblick von der Materie zu bekommen. So war ich doch erstaunt wie weit der Whisky beispielsweise in das Holz der Fässer einzieht - deutlich zu sehen an einer durchgesägten Fassdaube. Ebenfalls erstaunte mich ein geröstetes Stück Holz das für die zweite Nachreifung des Makers Mark 46 verantwortlich ist. Da diese Latte gebrochen war konnte man sehen das sich das Holz schon auf dem halben Wege zur Holzkohle befand - erstaunlich!
Weiter ging es in gewohnter Manier mit einem durchaus ungewöhnlichen Tasting. Es wurden nicht nur die einzelnen Qualitäten der Destillerie verkostet sondern auch diverse Zwischenerzeugnisse und Vergleich-Whiskys. So starteten wir mit einem Makers Mark "White Dog" - das ist der fertige aber noch nicht gereifte Whisky. Rau und bissig verhält sich der farblose Brand. Die wilde Alkoholnote unterstreicht sein junges Alter. Nichts desto trotz erscheint mir das ganze auf eine gewisse Art dennoch gefällig. Der Vergleich zum Whisky mit 12 Monaten Fassreife zeigte dann schon große Unterschiede. Der "Hund" wurde fast gezähmt. Neue Aromen und weniger Schärfe sind auffällig aber alles wirkt noch sehr unausgewogen. Erst der fertige Whisky zeigt ein rundes Gesamtbild. Verglichen wurde der Standart-Makers-Mark dabei mit Knob Creek und Basil Hayden´s um vor allem die Unterschiede in der Getreidezusammensetzung zu erkennen - speziell beim Roggenanteil. Mir viel bei dem Vergleich ebenfalls auf wie süß der Makers Mark ist. Weiter ging es mit einem überreifen Makers der seine beste Zeit definitiv hinter sich hatte. Die aus dem Fass ausgewaschenen Tannine machten sich nun deutlich bemerkbar und verleiten dem Produkt eine unangenehme Bitterkeit. Ein allgemeiner Versuch diesen Brand durch die Zugabe des Einjährigen zu retten zeigte nur geringen Erfolg...
Wer wollte konnte zum Abschluss noch den Makers Mark 46 probieren. Wie oben schon einmal erwähnt handelt es sich dabei um den normalen Whisky des Hauses welcher aber nochmals zusätzlich kurz durch die Zugabe von 10 gerösteten Holzdauben gereift wird. Die Nummer 46 im Namen beschreibt lediglich die Rezeptnummer der Destillerie wie dieser Whisky reift (Reifedauer, Holzarten, Röstungsgrad, ect...). Das war das zweite Mal das ich diesen Brand verkosten konnte und ich komme zum selben Ergebnis wie beim ersten Mal: Leicht Holzig, scharf im Abgang, irgendwie unrund - nicht mein Fall! Besser gefiel mir schon der ebenfalls neue Makers Mark Mint Julep (Premix). Pur ist diese Minzeinfusion kaum trinkbar. Sie ist viel zu süß und das Aroma der Minze ist geradezu aufdringlich. Mit Crushed Ice aufgefüllt verlor sich die Süße ein wenig aber das starke Kaugummiaroma ging immer noch nicht. Erst mit normalen Whisky verdünnt entstand ein sehr leckerer Mint Julep welcher sich hinter dem frisch Zubereiteten nicht verstecken muss! Ich muss zugeben das ich positiv überrascht bin! Kaum zu unterscheiden ist übrigens meine selbstgemachte Whisky-Minze-Infusion (zufällig ebenfalls mit Makers Mark), nur mit dem unterschied das diese noch nicht gesüßt ist.
Als abschließendes "Schmankerl" konnte noch der ebenfalls neu auf dem Markt befindliche Jim Beam Devils Cut verkostet werden. Der Name ist ein Anspielung an den Angels Share - der Teil der Spirituose der während der Reifung im Fass verdunstet. Für den Devils Cut werden die Fässer nach dem Umfüllen in Flaschen nochmals mit etwas Wasser gefüllt um den im Holz befindlichen Restwhisky (bis zu 10L) auszuspülen. Verdünnt auf 45% entsteht quasi das Jim Beam Recyclingprodukt. Der Devils Cut ist leider relativ aromaschwach aber für seinen Alkoholgehalt geradezu Mild. Ich könnte mir durchaus vorstellen davon gemütlich ein paar Gläschen im Wohnzimmer zu trinken und nebenbei ein Buch zu lesen - extra kaufen würde ich mir diesen Whisky aber nicht. Dann doch lieber einen ordentlichen Makers Mark.

Freitag, 15. Juli 2011

Diageo Reserve World Class: Finale 2011

In den letzten Wochen war es soweit: In Neu-Delhis mitreißender Kulisse kämpften 32 der besten Bartender im Diageo Reserve World Class Finale um den Titel „Bartender of the Year 2011“. Der durch den Wettkampf entstehende Ehrgeiz fordert den Bartendern außergewöhnlichste Cocktailkreation ab, die durch die groß aufgezogene Veranstaltung auch für Endkonsumenten erlebbar gemacht werden. Dieser wohl umfangreichste Wettbewerb in der Branche setzt seit Jahren Maßstäbe und stößt auf größtes Interesse. Ein großes Argument für diesen Kontest dürfte neben der ausgefeilten internationalen Durchführung vor allem das Vernetzen der einzelnen Nationen im Sinne der Barkultur sein.
Innerhalb der letzten elf Monate bewarben sich mehr als 10.000 Titelanwärter aus den etabliertesten Bars weltweit, um sich in nationalen Wettkämpfen für das große Finale in Delhi zu qualifizieren. Jeder Einzelne mit dem Ziel, den krönenden Titel für sich zu beanspruchen. Die Vorrundengewinner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Torsten Spuhn (Modern Masters Bar, Erfurt), Heinz Kaiser (Dino’s, Wien) und Henning Neufeld (Le Trois Rois, Basel), repräsentieren ihr Herkunftsland beim Finale. In dem internationalen und über Jahre hinweg gewachsenen Programm stehen Flair, Kreativität und Fertigkeiten der Bartender im Vordergrund. Auf höchstem Niveau werden gegenwärtige Cocktailtrends umgesetzt und das Handwerk hinter der Bar zelebriert. In diesem Jahr findet das "World Class Globa"l Final in der indischen Metropole Neu-Delhi statt. Dort werden die Teilnehmer in sechs herausfordernden Wettkämpfen namhaften Vertretern der Barbranche, darunter Dale DeGroff, Salvatore Calabrese, Peter Dorelli, Gary Regan, Daniel Estremadoyro und Hidetsugu Ueno ihr Können präsentieren. Die Wettkämpfe gewähren einen Einblick in die aktuellsten Trends der Barkultur. Die Einzelrubriken „Gentleman’s Drinks“, „Asian inspired Flavours“, „Classic & Vintage Drinks with a Twist“ und „Female inspired Cocktails“ sind darauf ausgelegt, dass die Bartender ihr ganzes Wissen, ihre technischen Fähigkeiten sowie ihr Charisma zur Schau stellen.
Gestern Abend war es soweit und nach fast einem Jahr der Arbeit wurde der neue World Class Titelträger gefunden. Bei den 32 Nationen des Finales setzte sich schlussendlich Japan mit seinem Kandidaten Manabe Ohtake durch! Der Österreicher Heinz Kaiser konnte sich den Titel "Best of Europe" sichern. Der deutsche Kandidat Thorsten Spuhn setzte sich in der Kategorie "Food Pairing" durch - herzlichen Glückwunsch!