Montag, 17. Oktober 2011

German Rum Festival Berlin 2011

Dieses Jahr fand zum ersten mal das German Rum Fest in Berlin statt. Dirk Becker, Verantwortlicher für dieses Projekt und Betreiber des Rum Club Berlin, lockte durch seine Kompetenz so manchen Aussteller nach Berlin und erfreute somit Gastronomen, Connaisseure und Piraten gleichermaßen. Über 2000 Besucher an zwei Tagen sind ein eindeutiges Indiz dafür das sich der, meist aus der Karibik stammende, Zuckerrohrbrand weiterhin einer großen Beliebtheit erfreut. Neben der eigentlichen Ausstellung gab es noch diverse Rumverkostungen sowie Workshops rund um die vielfältige Spirituose der hier die Aufmerksamkeit zukommt. Auch diverse Bars mit einer angenehmen Cocktailauswahl durften auf keinen Fall fehlen.
Neben den altbekannten Sorten wie etwa die Produkte aus dem Hause Appleton gab es auf dem Rumfest auch so einige Neuigkeiten zu bestaunen beziehungsweise weniger Bekanntes. So zum Beispiel die Blends der Rum Company welche durchaus zu überzeugen wussten. Folgend möchte ich einige Worte übedie Produkte r verlieren welche den Connaisseuren des Cocktailforums besonders  aufgefallen sind. Allen voran natürlich der jamaikanische Rumfire aus der Hampden Estate Destillerie. Dieser Overproof mit feurigen 63% Vol. besitzt einen starken und vollmundigen Körper. Dennoch ist dieser Tropfen erstaunlich fruchtig und schlägt sich unwahrscheinlich gut im Daiquiri. Auf diesem Rum darf man sich freuen! Das gilt auch für die bereits erhältlichen Produkte der Tiki-Lovers welche von The Bitter Truth vertrieben werden. Tiki Lovers White Rum ist für ca. 17€ ein gelungener und runder Mixrum für alle fruchtigen Drinks - ein toller Allrounder! Selbiges gilt für den Dark Rum der einen respektablen Alkoholgehalt von 57% aufweist. Leider fehlt es dem Rum in meinen Augen aber an dem gewisses "Bums" den ich beispielsweise im Mai Tai schätze. Am Nachbarstand von Bacardi wurde unter anderem der neue Spiced-Rum Oakheart vorgestellt. Zwar verbirgt sich in dieser Flasche nichts Besonderes aber die leichte Würzigkeit (Vanille, etwas nelkig) empfand ich als gut eingebunden und nicht so übertrieben künstlich wie bei manch anderen Spices-Rums. Einen solchen stellte auch der unabhängige Abfüller Bristol aus seiner Classic Rum Collection vor. Der "Bristol Black Spices Rum" ist mit einer deutlichen Melasse und Lakritznote versehen und bestimmt kein Brand für Jedermann. Diese Aromabombe ist der mit abstand würzigste Spice-Rum der mir bis jetzt untergekommen ist.
Ich persönlich bevorzuge dann doch lieber einen feinen Sipping-Rum wie etwa die dominiknischen Produkte von Opthimus die sich als idealer Begleiter zu einem guten Buch herausstellen dürften. Feine Toffee und Kakaoaromen sind genau das richtige zu dieser Jahreszeit. Ein weiteres fantastisches Produkt das in diesem Bereich fällt ist der Atlantico Private Cask der von vielen hoch Gelobt wurde. Ein interessanter Rum der die Meinung der Verkoster hingegen spaltete verbirgt sich hinter dem Dos Maderas PX5+5. Zunächst reift der Barbados/Guyana-Blend fünf Jahre in Bourbonfässer bevor er für drei weitere Jahre in Sherryfässern reifen darf. Dannach geht es weiter in das zweijährige PX-Finishing. Der fertige Rum ist wunderbar mild und zeigt ein typisches Aromabild von Vanille, Schokolade, Rosinen, Karamell ect. Dies wird alles von sehr dominanten PX-Sherry Aromen fast erdrückt. Ein guter Rum für Anfänger der aber fast nicht mehr als Rum erkennbar ist.
Für das erste Mal kann man mit Fug und Recht behaupten das sich das German Rum Fest bereits jetzt sehr gut etabliert hat. Verbesserungswürdig ist allerdings die Wasserversorgung welche bei dem Eintrittspreis beinhaltet sein sollte. Wasser wurde für teure 3€ die 0,5l Flasche verkauft. Den Rumausstellern wurde es untersagt Wasser zu verteilen und jeder hatte nur wenige Flaschen zur Verfügung. So ergab es sich das es oft nicht möglich war sein Glas auszuspülen - sehr ärgerlich wenn nach einem würzigen Overproof ein leichter Rum probiert werden sollte - das nächste Mal wird's bestimmt besser gelöst. Ebenfalls hätte man die Reihen zwischen den Ausstellern etwas breiter gestallten können - im Verlauf der Messe kam es doch zu deutlichen Engstellen. Glaubt man den ersten Gerüchten wird sich das nächste German Rumfest allerdings zeitlich vom BCB trennen da sich die warmen Sommermonate wohl besser für eine Rummesse eignen. Viele würden diese Entscheidung allerdings bedauern da sich eine lange Anreise nach Berlin, trotz aller Leidenschaft zum Rum, kaum noch rechnet. Lassen wir und überraschen und warten ab ...yo, ho,ho and a bottle of Rum...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Mixology Bar Awards 2012

Bevor es zum BCB geht will ich an dieser Stelle zunächst einmal über die Mixology Bar Awards schreiben. Wahrscheinlich lag es an der guten Laune im Goya das wirklich niemand irgendetwas via Twitter, Facebook und Co verraten hat wer sich über einen der begehrten Preise freuen durfte - selber schuld wer nicht dabei war! Es kam mir so vor als seien weniger Besucher bei den Awards gewesen als im vergangenen Jahr was aber keinesfalls negativ sein muss. Um so schneller gelangte man schließlich auch an die wirklich köstlichen Drinks der "Likörbar" welche ein breites Spektrum von fruchtig süß bis herb würzig abdeckten. Wer dennoch nichts passendes auf dieser Karte fand ging einfach weiter zum nächsten Tressen an dem Bollinger Champagner zu einem unglaublichen Flaschenpreis verkauft wurde.
Nach einer kurzen Verspätung, es waren zu Begin noch zu wenig Gäste im Goya, starteten die Awards in bekannter Reihenfolge und ständigem Jubel der Zuschauer. Unterbrochen wurde die Preisvergaben dabei immer wieder durch die Shows der Teilnehmenden Städte des City Awards. Nach gut zwei Stunden waren sämtliche Kategorien vergeben und die BCB Aftershowparty konnte starten welche laut Facebook-Aussagen noch bis weit nach Sonnenaufgang ging... Eine Kleinigkeit muss ich noch loswerden: Der Award in Form eines sehr stylischen "X" aus Edelstahl und Holz musste einem gläsernen, schwarzen Pokals weichen der die Kontur eines Shakers aufweist. Viele bedauernden diese kleine Änderung und böse Zungen sprachen gar von einer Urne. Nichts desto trotz durfte(n) sich folgende Person(en) über eine Auszeichnung freuen: Herzlichen Glückwunsch!


Barteam des Jahres
Gekkos, Frankfurt a.M.

Newcomer des Jahres
Henning Neufeld, Les Trois Rois, Basel

Mixologe des Jahres
Klaus St. Rainer, Goldene Bar, München

Gastgeber des Jahres
Frank Kettlitz, Fassanen 47, Berlin

Bar des Jahres
Stagger Lee, Berlin

Hotelbar des Jahres
Les Trois Rois, Basel

Spirituose des Jahres
Smith & Cross Jamaica Rum

Bartender´s Choice
Bollinger Champagner

Preis für das Lebenswerk

Joe Gilmore, Savoy, London

City Award
Vienna Bar Community
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Freitag, 7. Oktober 2011

Und alles fährt nach Berlin...

Nur noch wenige Tage bis zum fünften Bar Convent in Berlin. Die europäische Barszene jubelt! Die offizielle Auslandsreporterin Marie Collins der Cocktailwelten hörte sich dazu schon einmal in einem angesagten Club in Lampukistan um:



Und nicht vergessen: Die Tage davor geht´s natürlich zum ersten Rumfest Berlin!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Pisco Barsol im Test

Nach wie vor führt Pisco ein vollkommen unberechtigtes Nischendasein in den europäischen Bars obwohl sich die peruanischen Exportzahlen jährlich im zweistelligen Prozentbereich nach oben bewegen. In den Staaten ist Pisco aktuell sogar die wachstumsstärkste Spirituose auf dem Markt. Ein Grund dafür ist unter anderem die hohe Qualität dieses Brandes sowie seine vielseitige Einsatzmöglichkeit in der Bar. Dies dachte sich auch die Nürnberger Perola GmbH die seit wenigen Wochen eine neue Marke namens Barsol auf dem heimischen Markt vertreibt. Das erklärte Ziel ist es auch hier die relativ unbekannte Spirituose an den Gast zu bringen. Barsol wird in einer der ältesten Destillerien Perus produziert, der Bodega San Isidro. Diese Bodega kann auf die Erfahrung von fast 100 Jahren Pisco-Herstellung in traditionellen, kunsthandwerklichen Verfahren zurückgreifen. Barsol selbst wird seit dem Jahre 2001 abgefüllt und konnte sich seitdem schon einige Auszeichnungen ergattern. Von den sieben Sorten werden in Deutschland momentan lediglich die Qualitäten Quebranta, Acholado sowie Mosto Verde Italia angeboten. Wäre dies nur eine Woche früher geschehen hätte es Barsol auch noch in das Cocktaildreams Pisco-Tasting geschafft - schade... So erfolgt nun eine kurze Beurteilung von meiner Seite aus.

Primero Quebranta: In der Nase entsteht ein leicht süsslich-nussiger Geruch der ein gewisses alkoholisches Stechen mit sich führt. Am Gaumen entwickeln sich viel fruchtige und vollmundige Aromen. Umspült von einer angenehmen Süße erinnert mich dieser Pisco sogar an den artverwandten Grappa. Im Gegensatz zu diesem ist der Barsol aber ungewöhnlich mild was die alkoholische Schärfe  angeht. Im kurzen Abgang hinterlässt diese Spirituose einen trockenen Eindruck von Hefe. Im Pisco-Sour sticht die Spirituose nicht besonders hervor verleiht dem Drink aber angenehme subtile Noten - nicht unangenehm.
Selecto Acholado: Ein Blend aus den Trauben Quebranta, Italia und Torrontel. Der Geruch ist deutlich präsenter als der des Primero sowie floraler was sich auch auf der Zunge bemerkbar macht. Feigen und Trauben sind deutlich auszumachen. In der offiziellen Produktbeschreibung ist von Peka-Nüssen die Rede welche sich mir aber nicht erschließen. Auch beim Acholado passen die Süße und der weiche Charakter gut zum Brand. Etwas wachsig hinterlässt der Acholado allerdings eine leichte bittere Note im Abgang. Dafür ist dieser länger als beim Qebranta.
Supremo Mosto Verde Italia: Sehr intensiv in der Nase. Viele florale Noten lassen etwas fruchtiges erwarten. Und in der Tat ist der "Grüne Most" ein sehr ansehnliches Produkt. Sehr viele Zitrusnoten (Zitrone, etwas Orange) lassen mich fast daran zweifeln das es sich um einen Traubenbrand handelt. Dazu gesellen sich einige Aromen von Kamille und Fenchel. Wieder ist auch dieser Brand sehr weich und brennt zu keinem Moment. Der Abgang von mittlerer Dauer bleibt bei den frischen Zitrusfrüchten. Einer der wenigen Piscos die ich durchaus zum puren Genuss empfehlen kann!

Der Alkoholgehalt aller Qualitäten liegt zwischen 40,5% und 41,5%.  Die Preise sind äußerst fair kalkuliert mit ca. 16 € für den Quebranta, 18 € für den Acholado und 24 € für den Mosto Verde Italia. Wer sich für Pisco interessiert sollte einmal ein Blick auf Barsol werfen. Wie zu Beginn erwähnt gibt es noch weitere Qualitäten die noch nicht in Deutschland erhältlich sind.  Demnächst wird es dazu bei den Cocktailwelten noch einiges zu erfahren geben. ;-)