Mittwoch, 19. September 2012

Le Roc Produkte im Test


Limonaden sind für die Bar eine unverzichtbare Zutat. Meist bilden sie als sogenannter Filler den mengenmäßig größten Anteil eines Highballs oder werden anderweitig genutzt. In den letzten Jahren hat sich der Markt für diverse Limonaden gerade im Sektor Bar stark gewandelt. Fand man einst nur immer die selben Produkte ist das Angebot mittlerweile deutlich breit gefächerter. Seit kurzem gibt es eine neue Produktreihe von Warsteiner unter der Marke Le Roc. Diese Filler sind lediglich für die Gastronomie zu beziehen und sind in zwei Gebinden erhältlich - in 1L Pet-Flaschen sowie bartaugliche 0,2 Glas-Mehrwegflaschen. Ein Preis für die ab sofort erhältlichen Limonaden ist mir nicht bekannt aber dieser müsste sich zwingend im Bereich der stark vertretenen Konkurrenz befinden. Derzeit werden die Sorten Ginger Ale, Bitter Lemon und Tonic Water angeboten.
Laut Pressetext wurden die Limonaden zuvor von "150 Bartendern getestet" und mit "Bestnoten" versehen.  Auch ist auf den Flaschen der Schriftzug "Bartender´s Club Selection" zu lesen. Eine Aussage die ich persönlich genau so störend empfinde wie es schon vor wenigen Wochen auf Jrgmyr  zu lesen war. Eine Verkostung der Limonaden soll nun zeigen was Le Roc wirklich kann. Dazu wurden sie auf 5°C herabgekühlt und ohne Eis probiert.
 
Ginger Ale:  In die Nase steigt sofort ein sehr intensives Ingweraroma das ich bei einem Ginger Ale noch nie so ausgeprägt wahrgenommen habe. Beim Ausschank in ein Glas fällt auch sofort ein hoher Kohlensäureanteil auf da die Limo sehr stark aufschäumt. Die Ernüchterung kommt aber leider beim Geschmack. Der Ingwer ist vollkommen verschwunden. Dafür fällt sofort eine hohe, leicht künstliche, Süße auf die das gesamte Spektrum an Geschmäckern dominiert und auch dies nur sehr kurz. Insgesamt macht dieses Produkt einen relativ verwässerten Eindruck. Lediglich bei Raumtemperatur ist noch ein wenig Ingweraroma auszumachen was aber in der Bar völlig irrelevant ist- wer will schon warmes Ginger Ale? Bei einem Longdrinkversuch mit Makers Mark Bourbon ging der Filler sofort komplett unter. Auch der Versuch das Ganze  durch die Zugabe von Limettensaft zu retten war zum Scheitern verurteilt. Damit ist das grüne Le Roc schon einmal durchgefallen. Das machen andere Hersteller um Weiten besser.
 
Bitter Lemon: In der typisch milchigen Farbe präsentiert sich dieser Mix-Klassiker mit einem säuerlichen Geruch von Limette und wieder sehr viel Kohlensäure. Am Gaumen dominiert zunächst wieder eine starke Süße welche dieses Mal allerdings von einer angenehmen Bitterkeit unterlegt ist. Das Le Roc ist dabei deutlich weniger bitter als vergleichbare Produkte. Dafür sind diese auch allesamt fruchtiger und frischer. Le Roc hinterlässt auch hier wieder einen wässrigen Eindruck und kaum wahrnehmbare weitere Geschmäcker. Bei einem Test als Longdrink wurde das Bitter Lemon mit Patron Silver Tequila vermischt. Das Ergebnis war nach den ersten Enttäuschungen ganz ordentlich. Die Mischung war leicht süß, rund und konnte durch die zusätzliche Zugabe von etwas frischem Limettensaft noch mit einer schönen Fruchtigkeit punkten - alleine ist das Bitter Lemon dazu sonst nicht in der Lage. Im großen und Ganzen bin ich aber der Meinung daß auch hier die Konkurrenz bessere Produkte bereitstellt.
 
Tonic Water: In der Nase fast neutral ist nur ein Hauch von Zitrone zu erahnen. Des Weiteren scheint mir das gelbe Le Roc weniger Kohlensäure zu besitzen als die anderen Sorten. Der Hauch von Zitrone setzt sich auch im Geschmack fort und wird dieses Mal nicht gleich von zu vielen Süßstoffen erschlagen. Süße und Bitterkeit sind sehr ausgewogen und wechseln sich dabei im Mundraum ab. Pur konnte mich dieses Tonic Water  durchaus überzeugen. Das Le Roc würde ich in einem Ranking teils höher bewerten als die Tonics anderer Marken. Im Zusammenspiel mit Tanqueray Gin erscheint die Limonade etwas bitterer als in der Purverkostung. Eine leichte Fruchtigkeit ist nicht zu leugnen aber insgesamt ist der Gin Tonic etwas unrund. Dies konnte durch einen Spirtzer frischer Limette, wie auch schon beim Bitter Lemon, bestens korrigiert werden. Ein Le Roc Gin & Tonic ist ein sehr brauchbares Getränk das ich nicht ablehnen würde. Hier hat Warsteiner etwas kreiert was sich durchaus sehen lassen kann.
 
Wie schon fast zu erwarten können die Produkte die versprochenen "Bestnoten" nicht einhalten. Ob es sich bei Le Roc um ein "Bartender´s Club Selection" handelt wage ich an dieser Stelle zumindest beim Ginger Ale stark zu bezweifeln und ich rate davon ab. Wenn das Bitter Lemon weniger süß und dafür fruchtiger wäre fände ich es deutlich besser. So bleibt es eine reine Geschmackssache und ich bewerte die Limo in der Zusammenfassung mit einer neutralen Note. Das Tonic hingegen konnte überzeugen und kann ohne schlechten Gewissens empfohlen werden. Schade das es für den normalen Endverbraucher nicht zu beziehen ist.
 
Anmerkung: Für diesen Artikel stellte die Warsteiner Brauerei Flaschen zum Verkosten zur Verfügung.

Kommentare:

  1. Guten Tag

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    Herzlichst

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  2. Das beste Ginger Ale , was es für meine Begriffe in den 70 er Jahren gab, war von Apollinaris "PRESTA " Ginger Ale in kleinen Glasflaschen .
    Kein von mir probiertes und bekanntes Produkt kam auch nur annähernd an diese , wenn auch vergleichsweise teure Qualität heran.
    Leider gibt es dieses Produkt nicht mehr.

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